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Kommentar zur Zukunft der Schule Vom fliegenden zum virtuellen Klassenzimmer

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Eine Privatschule will ihre Schüler über eine Internetplattform hauptsächlich zuhause unterrichten. Martin Rupps erkennt darin die Zukunft des Lernens - mit allen Vor- und Nachteilen.

Die Privatschule in Laichingen (Alb-Donau-Kreis) will ihre Schüler nur einmal die Woche in der Schule unterrichten. An den übrigen Tagen sollen sie zuhause lernen. Das Land Baden-Württemberg lehnt den Plan ab und verweigert der Schule den Status als Ersatzschule. Jetzt wird der Konflikt am Verwaltungsgericht Sigmaringen verhandelt. 

Frontalunterricht (Foto: picture-alliance / Reportdienste)
Noch sieht der Unterreicht an deutschen Schulen meistens so aus

Schon heute ersetzt der Computer in vielen Lebensbereichen das direkte Gespräch. Es gibt Videokonferenzen in Unternehmen, Skype auf dem Heimrechner und demnächst die Telemedizin. Die Schule kann sich bisher diesem Trend entziehen, die Verbindung aus allgemeiner Schulpflicht und tatsächlichem Erscheinen in der Schule hat bislang gehalten.

Die Digitalisierung kann das überflüssig machen. Schüler müssten sich etwa nur noch eine virtuelle Spezialbrille aufsetzen und der Unterricht kann beginnen. Die neue Technik birgt – wie jede neue Technik – Vor- und Nachteile. Die Schulwahl wäre nicht mehr vom Wohnort abhängig. Zugleich verschwände ein wichtiger Platz, an dem die Schüler ihr Sozialverhalten üben.

Spezialbrille für virtuelles Lernen (Foto: picture-alliance / Reportdienste)
Die virtuelle Spezialbrille kann heute schon das Klassenzimmer ersetzen

Die Richter in Sigmaringen müssen nun entscheiden, ob sich die aktuelle Rechtslage mit den neuen technischen Möglichkeiten verträgt. Früher oder später, glaube ich, wird die Pflicht des täglichen Schulgangs gebrochen. Dafür werden schon die Leute sorgen, die mit virtueller Technik gut verdienen können.

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