Bundeskanzlerin Merkel kommt in Washington mit dem Airbus 340 "Konrad Adenauer" an.  (Foto: dpa Bildfunk)

Anfrage der Grünen Zu viele "Leerflüge" - Regierungsflieger als Luftverschmutzer

AUTOR/IN

Deutsche Regierungsflugzeuge sind nach Ansicht der Grünen zu oft ohne Passagiere unterwegs und verschmutzen dadurch unnötig die Luft. Der Hauptgrund sei der fehlende Flughafen.

Die Grünen kritisieren zu viele Leerflüge und zu viel unnötigen Schadstoffausstoß bei den Regierungsfliegern. Allein im letzten Jahr  seien mehr als 800 sogenannte Bereitstellungsflüge durchgeführt worden, bei der nur die Besatzung aus dem Rheinland nach Berlin geflogen wurde, um dort die eigentliche Reise zu beginnen. Das geht aus einer kleinen Anfrage des Grünen-Politikers Tobias Lindner hervor, die dem ARD-Hauptstadtstudio vorliegt.

"Ein bedrückendes Bild"

 Der Verteidigungsexperte Tobias Lindner (Grüne) wollte wissen, welche Auswirkungen es hat, dass alle Maschinen der Flugbereitschaft samt Crews immer noch in Köln/Bonn stationiert sind, auch wenn die Minister fast immer ab Berlin fliegen.

Das Ergebnis nennt der Grüne "ein bedrückendes Bild". Allein im letzten Jahr seien mehr als 800 sogenannte Bereitstellungsflüge durchgeführt worden. Das habe in den letzten drei Jahren CO2-Emissionen von rund 4.000 Tonnen jährlich verursacht, man bräuchte 340.000 Bäume, um diese Menge CO2 einzusparen, so Lindner.

Ein Pilot der Flugbereitschaft steht auf dem Flughafen neben einer Global 5000 (Foto: dpa Bildfunk)
Der Bombardier-Regierungsflieger Global 5000

Flugbereitschaft nach Berlin verlegen

Außerdem koste die Unterbringung der Crew in Berlin im Monat rund 26.000 Euro - Geld, das der Steuerzahler aufbringen müsse.  Lindner forderte, die Flugbereitschaft zügig nach Berlin zu verlegen. Die Pläne der Bundesregierung sehen vor, die neue Basis auf dem neuen Hauptstadt-Flughafen zu bauen - durch die Verzögerung des Baus kommt auch dieses Projekt nicht voran.

Lindner machte den Vorschlag, zu prüfen, ob nicht einige Hallen der insolventen Berliner Airlines Germania oder Air Berlin vorübergehend genutzt werden könnten. So könnten wenigstens einige Maschinen und Crews nach Berlin verlegt werden. Das würde auch dazu beitragen, schneller Ersatzmaschinen zur Stelle zu haben, wenn Pannen aufträten.

Und Pannen sind gar nicht so selten, wie der Bericht der Tagesschau (Video) belegt.

Auch neuere Flugzeuge fallen häufig aus

Zu den technischen Defekten der Regierungsflieger meinte Lindner gegenüber dem ARD-Hauptstadtstudio: Es sei erstaunlich, dass auch die relativ neuen kleineren Flugzeuge viele Pannen hatten. So seien die "Global 5.000" allein in den letzten drei Jahren zwölf mal ausgefallen.

Bei den "Kanzler-Airbussen“, den A340, müsse man prüfen, ob die Wartung, die Verträge und Leistungen funktionierten. Auch die Grünen als Opposition hätten Interesse daran, dass die Regierung arbeitsfähig sei.

 Das Verteidigungsministerium plant angeblich den Kauf von drei neuen Airbus 350 direkt vom Hersteller. Allerdings müssen diese Maschinen für den Einsatz als Regierungsflieger umgebaut werden - und könnten daher erst ab 2022 einsatzbereit sein.

AUTOR/IN
STAND
REDAKTION