Sozialer Wohnungsbau? Fehlanzeige.  (Foto: picture-alliance / dpa)

Kritik des Mieterschutzbundes "Wohngipfel ist reine Show-Veranstaltung"

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Der Geschäftsführer des Deutschen Mieterbundes, Ulrich Ropertz, kritisierte die Wohnungsbau-Bemühungen der Bundesregierung: Der offizielle Wohngipfel der Bundesregierung "ist eher eine Showveranstaltung".

Heute Alternativer Wohngipfel

Roperts sagte im SWR, auf dem "Wohngipfel" seien die Bundesregierung, die Landesregierungen und die kommunalen Spitzenverbände vertreten plus diverser Vertreter von Verbänden und Organisationen."Da kommt unser Vertreter möglicherweise mit 60 Sekunden zu Wort, da kann nicht viel bewegt werden."

Ausführlicher wolle man bereits heute auf dem sogenannten Alternativen Wohngipfel Lösungsvorschläge und Alternativkonzepte der Politik vorstellen. Es treffen sich neben dem Mieterbund der Gewerkschaftsbund sowie einige Sozialverbände.

Was der Alternative Wohngipfel fordert, hören Sie im Audio.

Baukindergeld kommt nicht an

Ropertz sagte im SWR, es fehlten eine Million Wohnungen. Die Mieten stiegen exorbitant, insbesondere in Großstädten und Ballungszentren, und da müsse eingegriffen werden.

Ropertz kritisierte auch das Baukindergeld der Bundesregierung. Das Baukindergeld wäre besser in den sozialen Wohnungsbau geflossen, weil "es wahrscheinlich dort abgerufen wird, wo die Menschen relativ preiswert bauen können und sowieso schon wollten", das heißt in ländlichen Regionen.

Mietwohnungen in Köln (Foto: picture-alliance / dpa)

Guter Ansatz, schlechte Umsetzung

"In Städten und Ballungszentren wird niemand mit dieser staatlichen Unterstützung bauen können", sagte Ropertz. Da gehe es eher darum, dass Eigentumswohnungen gekauft und Miet- in Eigentumswohnungen umgewandelt würden. Das alles schaffe aber keine neuen Wohnungen sondern sei eher kontraproduktiv.

Auch der neue Steuerbonus für den Bau von bezahlbaren Mietwohnungen ist nach Ropertz‘ Meinung nicht zielführend. "Es gibt keine Vorgabe an den Investor, zu welchen Höchstmietpreisen er diese Wohnungen an den Markt bringen darf beziehungsweise muss“, so Ropertz. Der Bauherr kassiere also die zusätzliche steuerliche Förderung und könne anschließend eine Miete nehmen, wie er gerade lustig sei.

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