Ab Januar soll die neue Kassenbon-Pflicht für den Einzelhandel gelten. (Foto: dpa Bildfunk, Picture Alliance)

Wirtschaftsminister kritisiert mehr Müll und Bürokratie Altmaier fordert Stopp der neuen Kassenbon-Pflicht

Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) fordert einen Stopp der ab Januar geltenden Kassenbon-Pflicht im Einzelhandel. Damit käme es zu noch mehr Müll und Bürokratie.

Ab Januar soll sie gelten: die Kassenbon-Pflicht für den Einzelhandel. Händler müssen ihren Kunden bei jedem Kauf einen Beleg aushändigen. Diese Kassenbon-Pflicht gilt sowohl beim Bäcker als auch beim Friseur oder in Apotheken, sofern diese ein elektronisches Kassensystem besitzen. Um Papiermüll zu vermeiden, sei auch eine digitale Bon-Übermittlung per App oder E-Mail vorgesehen.

Der Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) fordert jetzt einen Stopp der neuen Kassenbon-Pflicht. In einem Brief, der dem ARD-Hauptstadtstudio Berlin vorliegt, warnt Altmaier den Bundesfinanziminster Olaf Scholz (SPD) vor der Einführung der Bonpflicht. Altmaier fordert darin die Bundesregierung auf, das Ziel zu verfolgen "die Belegausgabepflicht komplett abzuschaffen". Altmaier nennt vor allem den wachsenden Papierverbrauch und Bürokratieaufwand als dringende Gründe.

"140.000 Kilometer mehr Kassenbons"

Allein die Supermarktkette Rewe soll durch die neue Bonpflicht mit einer Steigerung des Papiereinsatzes an ihren Kassen um 40 Prozent rechnen, so Altmaier. Das seien rund 140.000 Kilometer zusätzliche Kassenbons im Jahr. "Im gesamten Handel werden Milliarden zusätzlicher Bons gedruckt und in den allermeisten Fällen direkt im Müll landen."

Da die Bons häufig auf umweltbelastendem Thermopapier gedruckt werden, mahnte Altmaier vor allem aus Nachhaltigkeitsgründen diesen Abfall zu vermeiden.

Transparenz im Kampf gegen Steuerbetrug

Die sogenannte Belegausgabepflicht soll einer größeren Transparenz im Kampf gegen Steuerbetrug dienen. Altmaier weist diesen Grund in seinem Schreiben als "nicht plausibel" zurück, da der Handel seine Kassen bis September 2020 auf manipulationssichere Systeme umrüsten müsse. Außerdem stehe Steuerprüfern mit der "unangekündigten Kassen-Nachschau seit 2018 ein weiteres Prüfinstrument zur Verfügung".

REDAKTION
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