Der Vorsitzende der  Münchner Sicherheitskonferenz Wolfgang Ischinger bei seiner Abschlussrede. (Foto: picture-alliance / Reportdienste)

Ischinger: "Wir haben ein Problem, Houston" Vorsitzender der Münchner Sicherheitskonferenz zieht düstere Bilanz

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Die Differenzen zwischen den USA und Europa könnten derzeit kaum größer sein. Das hat die Münchner Sicherheitskonferenz deutlich gezeigt. Doch es gibt auch eine Gewinnerin.

Der Vorsitzende der Münchner Sicherheitskonferenz, Wolfgang Ischinger, hatte einen noch kälteren Wind als im Vorjahr für diese Sicherheitskonferenz vorhergesagt - und er sollte Recht behalten. Deutlich traten die Differenzen zwischen den USA und Europa hervor.

Ob Nord Stream 2, das Verhältnis zu Russland, der Umgang mit dem Iran, oder die US-amerikanischen Alleingänge in der Handelspolitik - ein gemeinsamer Nenner ist nicht in Sicht.

"Wenn man im letzten Jahr noch Zweifel hatte, darf man nach dieser Konferenz keine Zweifel mehr haben, dass das internationale System, die internationale Ordnung unter schweren Beschuss geraten ist“

Wolfgang Ischinger, Vorsitzender der Münchner Sicherheitskonferenz

Merkels Rede wird gefeiert

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) sprach diese Probleme an und machte sich für eine Rückkehr zum Multilateralismus stark. Für ihre Rede bekam sie stehende Ovationen. Der ehemalige US-Vizepräsident Joe Biden nannte den Auftritt "beeindruckend". Auch aus der Opposition erntete die Kanzlerin viel Lob für ihre Rede.

US-Vizepräsident Mike Pence stellte in seiner Rede klar, dass die USA von den Europäern erwarten, dass sie sich beim Atomabkommen mit dem Iran auf ihre Seite schlagen. Zudem wiederholte er die Forderung nach der Erhöhung der Verteidigungsausgaben der europäischen Verbündeten und die Verabschiedung Deutschlands von Nord Stream 2.

In weiter Ferne so nah - so beschreibt ARD-Korrespondent Christoph Prössl die Beziehungen zwischen den USA und Europa:

Baerbock: "Europa muss weltpolitikfähig werden"

Für Annalena Baerbock von den Grünen machen die Spannungen eines offensichtlich: Die Europäer müssten weltpolitikfähig werden.

"Sicherheitspolitik ist mehr als Verteidigung allein, es sind Handelsfragen, es ist eine Wirtschaftspolitik, die Klimakrise spielt zentral mit rein dafür braucht es eine gemeinsame europäische Strategie", so die Grünen-Chefin.

Die Münchner Sicherheitskonferenz wurde 1963 mit dem Ziel gegründet, Deutschland und die USA wieder aneinander anzunähern:

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