Fußgängerzone in der Mainzer Innenstadt (Foto: picture-alliance / Reportdienste, CHROMORANGE / Marcus Krauss)

Winterferien in Rheinland-Pfalz Ferientermin ärgert auch den Einzelhandel

Die Winterferien in Rheinland-Pfalz beginnen, aber sie haben nicht nur Freunde. Der Mainzer Einzelhandel ärgert sich über den Termin und das hängt auch mit Fastnacht zusammen.

"Auslöser der Diskussion war eigentlich der vorgezogene Jugendmaskenzug", sagt Martin Lepold, Chef der Werbegemeinschaft Mainz, die rund 130 Einzelhändler in der Innenstadt vertritt. Bislang fand dieser Umzug für Kinder und Jugendliche traditionell am Fastnachtssamstag statt, aber durch die neuen Winterferien war dieser vorgezogen worden, weil die Befürchtung bestand, dass sonst die Familien im Skiurlaub sind. "Allerdings ohne uns im Vorfeld zu informieren", klagt Lepold. "Sie können sich vorstellen: Samstag ist Haupt-Einkaufstag. Die eigentlichen Fastnachtstage stehen uns ja noch bevor, wo viele Geschäfte heute schon von Donnerstag bis Dienstag zu haben. Das heißt, es sind fünf Umsatztage, die verloren gehen. Da haben wir gesagt: Das geht gar nicht."

Fastnacht kollidiert mit Interessen des Einzelhandels

Jeder in Mainz wisse, an Fastnacht lasse man das Geschäft besser zu, sagt Einzelhandelsvertreter Lepold. Von vielen Verantwortlichen höre man die Argumentation, das sei eben ein Mal im Jahr so, aber "es beschränkt sich eben nicht nur auf die eigentlichen Feiertage, sondern Du hast Aufbauzeiten und Abbauzeiten, also es kann Dir passieren, dass Du schon eine Woche vorher schon eine Batterie Klohäuschen vor das Geschäft gestellt kriegst. Das ist dann nicht witzig." Zumal wachse das Ausmaß der Sicherheitsanforderungen und belege damit zusätzliche Zeitfenster.

Streitfall Riesenrad

Ein Einzelhändler aus Mainz hat sich zum Beispiel über ein Riesenrad beschwert, das in der Innenstadt zu Fastnacht aufgestellt wird: "Ein Riesenrad hab' ich nicht an einem Tag aufgebaut – da rollen die schon eine Woche vorher an und das Geschäft dahinter ist dann weder zu sehen noch vernünftig zu erreichen." Lepold versteht den Frust seines Kollegen da gut: "Das sind dann Sachen, wo man durchaus mal den Finger in die Wunde legen kann." Bei allem Brauchtum und aller Liebe zum Feiern fordert er: "Irgendwo muss man dann auch das richtige Augenmaß bewahren und nicht nur ans Feiern denken, so schön das im Einzelnen sein mag."

Dialog beginnt nach Aschermittwoch

Nach Aschermittwoch haben Einzelhandel, Stadt und Organisatoren Gespräche angekündigt. Der Chef der Werbegemeinschaft zeigt sich optimistisch: "Wir haben eigentlich in Mainz immer alles gemeinsam mitbekommen und fürs neue Jahr schauen wir dann mal. Keiner von uns hat was gegen die Fastnacht, sondern nur gegen das ausufernde Feiern." Er gibt aber auch zu bedenken, dass Straßenkarneval eigentlich in Mainz nicht zum Brauchtum gehöre: "Tradition bei uns hat eigentlich die politische Fastnacht und das, was jetzt schon auf dem Schillerplatz passiert, das sind Bilder, die kennst Du von früher nur von Köln oder Koblenz – das wurde dann halt hier adaptiert. Das heißt aber auch, der Schillerplatz ist dann schon ab Donnerstag gesperrt."

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