Der Vulkan auf White Island, Neuseeland, bricht aus. (Foto: dpa Bildfunk, Foto: -/XinHua/dpa)

Insgesamt 19 Todesopfer Vulkanausbruch in Neuseeland: Suche nach Vermissten eingestellt

Zwei Wochen nach dem Vulkanausbruch auf der neuseeländischen Insel White Island suchen die Rettungskräfte nicht weiter nach den letzten beiden vermissten Menschen. Niemand rechnet mehr damit, sie noch lebend zu finden.

Die Behörden gehen davon aus, dass ihre Leichen ins Meer gespült worden sind. Mit ihnen sind 19 Menschen ums Leben gekommen. 13 Verletzte werden noch immer wegen teils schwerer Verbrennungen in Krankenhäusern in Neuseeland behandelt, teilte das dortige Gesundheitsministerium mit. 13 weitere Patienten seien nach Australien ausgeflogen worden.

Die Entscheidung, die Suche nach den letzten beiden Vermissten einzustellen, sei nach "ausführlichen Suchaktionen vor der Küste" von White Island gefallen, sagte Polizeivertreter Andy McGregor der Nachrichtenagentur AFP. "Es konnten leider keine weiteren bedeutsamen Elemente lokalisiert werden."

Die Familien seien über den Schritt informiert worden. McGregor ergänzt jedoch, dass die Suche sofort wieder aufgenommen würde, wenn sich Hinweise auf den Fundort der beiden Leichen ergeben würden.

4.000 Meter hohe Aschesäule

Nach Angaben der Behörden brach der Vulkan am 9. Dezember gegen 14:11 Uhr Ortszeit aus. Laut Polizei waren zum Zeitpunkt des unerwarteten Ausbruchs 47 Touristen und Reiseführer auf der Insel.

My god, White Island volcano in New Zealand erupted today for first time since 2001. My family and I had gotten off it 20 minutes before, were waiting at our boat about to leave when we saw it. Boat ride home tending to people our boat rescued was indescribable. #whiteisland https://t.co/QJwWi12Tvt

Ken Gledhill vom Geologischen Institut in Neuseeland berichtete, bei der Eruption sei eine Aschesäule von etwa 4.000 Metern in den Himmel gestiegen.

Nach der Katastrophe war Kritik an den Bootsausflügen auf die Vulkaninsel laut geworden - die Warnstufe war vor dem Ausbruch angehoben worden.

Ureinwohner nennen ihn "dramatischen Vulkan"

Der Inselstaat Neuseeland liegt auf dem Pazifischen Feuerring - der geologisch aktivsten Zone der Erde.

Der Vulkan wird von Ureinwohnern Te Puia O Whakaari genannt - der "dramatische Vulkan". Der größte Teil befindet sich unter Wasser. Die Insel ragt 320 Meter in die Höhe. Sie ist bei Touristen sehr beliebt - jährlich wird sie von etwa 10.000 Touristen angeschaut.

Die Insel "White Island" bekam ihren Namen von dem britischen Seefahrer Thomas Cook. Der Grund: Sie war immer in eine Wolke aus weißem Dampf gehüllt. Cook ahnte offenbar nicht, dass sich dahinter ein Vulkan verbirgt.

Der letzte tödliche Ausbruch des Vulkans war im Jahr 1914. Damals kamen zehn Bergarbeiter ums Leben. Das Eiland ist aktuell in Privatbesitz - jetzt ist es als Todeszone komplett gesperrt.

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