Verpackungsmüll (Foto: picture-alliance / dpa, Foto: Patrick Pleul)

Weltleitmesse IFAT in München Wie der Onlinehandel zur Müll-Schleuder wird

AUTOR
Elke Klingenschmitt

In Europa gehören die Deutschen zu den größten Müllproduzenten. Der Onlinehandel trägt entscheidend dazu bei.

Mit 626 Kilogramm Müll pro Kopf und Jahr sind wir Deutschen europaweit auf einem der Spitzenplätze. Etwa ein Fünftel davon ist Verpackungsmüll. Ein Pluspunkt immerhin: Die Recycling-Quote ist in Deutschland vergleichsweise hoch (70 Prozent bei Verpackungen).

Aber eines steht fest: Durch den Onlinehandel ist der Anteil an Verpackungsmüll eher noch gestiegen. Laut deutscher Umwelthilfe DUH gibt es bei uns sogar noch 20 Prozent mehr Verpackungen als im europäischen Durchschnitt.

Verpackungen fallen zu groß aus

Für die DUH liegt das auch daran, dass Verpackungs-Kartons im Online-Handel leider in der Regel zu groß dimensioniert sind.

Die Altpapier-Container, die gebrauchte Kartons aufnehmen sollen, sind meist schon Anfang der Woche randvoll. Dazu kommt Füll-Material, das die Lieferung gegen Bruch oder Erschütterung schützen soll – oft Plastikfolie mit Luftblasen.

Lebensmittel, die im Netz bestellt werden, müssen schnell geliefert werden und frisch bleiben. Das bedeutet einmal, dass Lieferungen seltener gebündelt werden, also extra verpackt in kleineren Mengen kommen. Dazu kommt häufig noch Styropor zu Isolierung dazu oder Kühlakkus, manchmal sogar Eiswürfel in Tüten.

Müllvermeidung als Fremdwort

Fazit: Müllvermeidung ist im Onlinehandel ein Fremdwort. Kostenloser Versand oder Retoure sind sogar noch zusätzliche Anreize, mehr und häufiger Waren beim Versandhändler zu bestellen.

Plastikmüll am Ostseestrand (Foto: picture-alliance / dpa, Foto: Stefan Sauer)
Plastikmüll am Ostseestrand Foto: Stefan Sauer

Umweltschützer fordern deshalb Pfandsysteme für wiederverwertbare Verpackungen wie Kühltaschen, oder sogar Gebühren auf Verpackungen.

Hilft das neue Verpackungsgesetz?

Aber es gibt auch Licht am Ende des Tunnels: ein neues Verpackungsgesetz! Ab Januar 2019 wird es auch den Onlinehandel stärker in die Pflicht nehmen, um die Flut an Verpackungsmüll einzudämmen.

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Elke Klingenschmitt
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Peter Mühlfeit