Boris Johnson muss sich wegen einer Brexit-Kampagne vor Gericht verantworten (Foto: Imago, imago)

Wegen Kampagnen-Bus vor Gericht Brexit-Hardliner Johnson soll Bürger belogen haben

Boris Johnson muss sich vor Gericht verantworten. Er soll bei einer Kampagne für den Brexit mit falschen Angaben geworben haben. Der Zeitpunkt ist für den Politiker äußerst ungünstig.

Mit seinem Kampagnen-Bus hat Boris Johnson 2016 für viel Aufsehen gesorgt – nun muss er sich dafür vor Gericht verantworten. Johnson war 2016 das Gesicht der "Vote-Leave"-Kampagne, die für den Brexit geworben hat.

Auf seinen Bus hatte er in großen Lettern geschrieben: "Wir schicken der EU jede Woche 350 Millionen Pfund, lasst uns das Geld stattdessen ins Gesundheitssystem stecken."

Wie viel Geld fließt von der EU zurück?

Für diesen Slogan wurde Johnson damals schon von der britischen Behörde für öffentliche Statistiken gerügt. Denn der Betrag von 350 Millionen Pfund weist den Bruttobetrag aus – ohne zu berücksichtigen, wie viel Geld von der EU nach Großbritannien zurückfließt. Ein Privatmann hat Johnson für diese Aktion sogar verklagt.

Johnson muss sich wegen absichtlicher Irreführung verantworten

Mit der Zulassung der Klage muss sich Johnson nun wegen absichtlicher Irreführung der Bevölkerung verantworten. Für den konservativen Politiker kommt das Verfahren zur Unzeit - Johnson will Theresa May beerben und neuer Partei- und Regierungschef werden.

Bisher gilt er als aussichtsreichster Kandidat. Nun muss er fürchten, dass seine Konkurrenten das Verfahren gegen ihn zu ihren Gunsten nutzen.

Johnsons Parteikollege Jacob Rees-Mogg verteidigt ihn und spricht von einer politisch motivierten Klage:

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