Flugreisende am Frankfurter Flughafen (Foto: dpa Bildfunk)

Warnstreiks an acht Flughäfen Was Flugreisende wissen müssen

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Im Kampf um mehr Geld für die Security-Leute am Flughafen weiten die Gewerkschaften ihre Proteste nochmals aus: An gleich acht deutschen Flughäfen ist das Sicherheitspersonal in Warnstreis getreten. Worauf Flugreisende sich einstellen müssen und was sie tun können, weiß SWR-Wirtschaftsredakteur Lutz Heyser.

Insgesamt streiken Mitarbeiter des Sicherheitspersonals an den Flughäfen in München, Hamburg, Bremen, Dresden, Erfurt, Hannover und Leipzig/Halle sowie am größten deutschen Airport Frankfurt am Main.

Auswirkungen hat der Warnstreik aber auch für Flugreisende, die gar nicht unmittelbar von den bestreikten Flughäfen fliegen wollen.

Worauf müssen sich Flugreisende am Streiktag einstellen?

Am größten und wichtigsten deutschen Flughafen in Frankfurt/Main fallen gut die Hälfte aller ursprünglich geplanten 1.200 Flüge aus. An einigen Terminals war spürbar weniger los als gewöhnlich. Nach Angaben der Lufthansa etwa hatten einige Tausend Passagiere umgebucht und waren bereits am Montag geflogen.

Deutschlandweit werden es wohl an die tausend Flüge sein, die ausfallen werden. Denn ähnlich ist das Bild auch an den anderen bestreikten Flughäfen, zum Beispiel in Hamburg, Leipzig oder Erfurt. Und das wird sich mittelbar auch auf Stuttgart auswirken, obwohl dort gar nicht gestreikt wird.

Wenn etwa die Frühmaschine aus Hamburg wegen der Streiks dort nicht starten kann, bleibt das Flugzeug in Hamburg stehen. Und damit fällt auch der Anschlussflug von Stuttgart zurück nach Hamburg aus.

Wartende Flugreisende am Flughafen (Foto: dpa Bildfunk)
Flugreisende müssen sich auf hunderte ausfallende Flüge einstellen.

Was soll ich als Flugreisender also am besten tun?

Reisenden empfiehlt der Flughafen daher unbedingt beim Reiseveranstalter oder der Fluggesellschaft nachzufragen, ob der Flug am Streiktag auch tatsächlich geht - und wann. Und zwar bevor man sich überhaupt erst auf den Weg zum Flughafen macht. Bei Daten aus dem Internet sei es sinnvoll, sich diese auszudrucken, um später im Streitfall einen Beweis in der Hand zu haben, raten Verbraucherschützer.

Wichtig zu wissen ist zudem: Einen streikbedingt gestrichenen Flug kann ich als Kunde kostenfrei stornieren oder umbuchen. Ob ich aber für einen wegen der Streiks ausgefallenen oder stark verspäteten Flug auch den Anspruch auf Entschädigung habe, ist hoch umstritten.

Die Fluggesellschaften stellen sich bislang jedenfalls auf den Standpunkt, ein solcher Streik sei ein für sie "außergewöhnlicher Umstand" und weigern sich daher, Schadensersatz zu zahlen. Der Europäische Gerichtshof in Luxemburg hat in zwei Fällen aber auch schon mal anders geurteilt. Aber sicher mit Schadenersatz oder Entschädigung kann man nicht rechnen.

Es ist demnach ratsam, von der Möglichkeit Gebrauch zu machen, kostenfrei zu stornieren oder umzubuchen - und an einem anderen Tag zu reisen, sofern das möglich ist.

Wer das nicht schafft, kann auch auf den Zug umsteigen. Aber auch die Bahn berichtet bereits, dass sie mit viel Verkehr und vielen Bahnreisenden am Streiktag rechnet.

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