Baumstamm mit Überwachungstechnik (Foto: SWR)

Waldgipfel in Moritzburg Forstminister fordern Millionen zur Rettung des Waldes

In einer gemeinsamen Erklärung haben die Landes-Forstminister mehrere Hundert Millionen Euro für die Rettung des Waldes gefordert. Damit soll der Wald langfristig gegen Trockenheit und Hitze geschützt werden.

In Moritzburg in Sachsen haben die Landes-Forstminister der Union ihre Vorschläge an Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner (CDU) übergeben. Sie fordern für die kommenden vier Jahre 800 Millionen Euro vom Bund um den Wald vor dem Kollaps zu bewahren.

Nachhaltige Bewirschaftung und Umbau des Waldes

In der "Moritzburger Erklärung" geht es unter anderem um eine nachhaltige Waldbewirtschaftung und Nutzung des Holzes, um die Beseitigung von Schäden und den Waldumbau. Bei der Bekämpfung der Schäden und der Wiederaufforstung sollen Waldbesitzer unterstützt werden. Ein weiterer Punkt ist der Schutz vor Waldbränden und die Brandbekämpfung.

Klöckner sieht gute Gründe für die Forderung aus den Ländern und brachte als Geldquelle den Klimafonds der Bundesregierung ins Gespräch. Nach Ansicht der Ministerin haben die Waldschäden ein nationales Ausmaß angenommen. Durch Stürme, Dürre und Borkenkäfer sind bereits mehr als 100.000 Hektar Wald zerstört worden.

Nationaler Waldgipfel im September geplant

Die Landwirtschaftsministerin hat bereits für September einen nationalen Waldgipfel angekündigt. Der Erhalt und die Aufforstung des deutschen Waldes sei eine "Generationenaufgabe" und werde in den kommenden Jahren rund 1,5 Milliarden Euro kosten, schickte sie voraus.

Dauer

Eine Einschätzung von Alice Thiel-Sonnen, SWR Umwelt und Ernährung

Was kann ein nationaler Waldgipfel entscheiden?

Entscheiden kann der Waldgipfel jedoch nicht so viel – er ist kein politisches Gremium. Die gemeinsame Erklärung ist dennoch ein wichtiges Zeichen, weil hier alle Interessen am Wald zusammenkommen sollen: Waldbesitzer, Förster, Politik, Umweltverbände.

Das zeigt auch, wie wichtig das Thema ist. Der Wald ist wirklich in einer Krise. Es gibt die Möglichkeit abzuwägen, was zu tun ist. Wir hatten bereits einen Waldgipfel in Rheinland Pfalz auf Landesebene im Juni. Dort ging es ganz konkret um Geld. Wie können die Waldbesitzer für die Arbeit, die akut ansteht, unterstützt werden? Darum wird es auch auf der nationalen Ebene gehen. In Rheinland Pfalz hat man aber auch in die Zukunft geschaut: Wenn Extremsommer häufiger werden, wie müssen dann Wald, Personal und auch Forschung aufgestellt sein? Solche Gipfeltreffen soll es künftig regelmäßig geben.

Was muss passieren, damit der Wald nicht stirbt?

Akut muss das von Stürmen geworfene Holz aus dem Wald. Auch die von Schädlingen befallenen Bäume müssen aus dem Wald, damit Schädlinge und Pilze sich nicht noch weiter ausbreiten. Zudem müssen die Löcher, die dadurch im Wald gerissen werden, wieder bepflanzt werden – Wiederaufforstung also. Und zuletzt müssen die Wälder klimastabiler werden: Mischwälder beispielsweise sind widerstandsfähiger.

Das ist eine langwierige Aufgabe, und im Moment ist man bei der Frage, welche Baumarten pflanzen, verunsichert. Denn robuste Buche, trockenresistente Douglasie – da dachte man bisher, das sind sichere Kandidaten – aber auch sie schwächeln inzwischen.

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