Hans-Olaf Henkel  (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance / dpa)

Ex-AfD-Vize Henkel: "Froh, dass Partei nicht stärkste Kraft geworden ist"

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Der ehemalige AfD-Vize-Vorsitzende Hans-Olaf Henkel sieht den Erfolg der AfD bei den Wahlen in Sachsen und Brandenburg mit "gemischten Gefühlen".

"Ich bin froh, dass sie es nicht geschafft hat, in diesen beiden Bundesländern zur stärksten Partei aufzusteigen, aber ich bin natürlich auch enttäuscht über den Erfolg, den sie nach wie vor, vor allem im Osten Deutschlands, hat", sagte Henkel dem SWR.

Das Interview mit Hans-Olaf Henkel zum Nachhören:

Henkel bedauert AfD-Frühzeit nicht

Henkel bedauert es nicht, dass er der AfD den Weg bereitet hat, als sie damals vor allem euro-kritisch geprägt war. "Ich habe damals größtenteils den Wahlkampf der AfD, zum Beispiel für das Europaparlament, sogar selbst finanziert."

Motiv für die Partei-Gründung damals sei gewesen, dass man "gegen die unserer Meinung nach verantwortungslose Euro-Politik der Bundesregierung gewesen war. Wir wurden damals auch als 'Professoren-Partei' belächelt und als 'Ein- Themen-Partei' bezeichnet, weil wir uns nur um das Euro-Thema kümmerten."

Ausrichtung der Partei sorgt für Austrittswelle

Die Ausrichtung der Partei habe sich allerdings geändert, räumte Henkel ein, der 2015 gemeinsam mit anderen Politikern aus der AfD ausgetreten ist: "Als wir gegangen sind, sind ja auch tausende andere AfD-Mitglieder ausgetreten.

Das waren diejenigen, die sich für liberale Grundsätze eingesetzt haben. Allein der Austritt dieser Menschen hat dazu geführt, dass sich die Partei nach rechts entwickelt hat."

Rechtsnationale Tendenzen "werden stärker"

Die rechts-nationalen Stimmen in der AfD werden nach Henkels Ansicht künftig noch stärker: "Ich sage immer gerne, dass wir hier eine neue sozial-nationalistische Partei haben."

Man könne klar erkennen, dass im Osten "die Sehnsucht nach einem starken Mann ganz ausgeprägt" sei. "Die sind sehr oft Verehrer von Putin und machen sich nichts aus seinen menschenrechtsverletzenden Aktionen."

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