Adipöse Kinder versuchen sich zu bewegen  (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance/Dean Lewins/AAP/dpa)

WHO-Studie zu Bewegungsmuffeln Jugendliche bewegen sich viel zu wenig - aber wer ist schuld?

Wie bekommen wir unsere bewegungsfaulen Kinder von der Couch? Multimedia-Verbot? Oder sind Spielekonsole, TV und Handy gar nicht schuld?

Die Kinder kleben nur noch am Bildschirm, also kein Wunder! Das mag man zuerst denken. "Wenn das nur so einfach wäre, wäre es wunderbar!", sagte Michael Fahlenbock, Präsident des Deutschen Sportlehrerverbandes, im SWR. Es läge nicht nur an der digitalen Revolution.

Dauer

Woran liegt es dann bitte?

Der Sportexperte glaubt, beim Aufwachsen ginge irgendwann die Bewegungsfreude verloren. Spätestens in der Schule gäbe es Probleme und das gesellschaftliche und familiäre Umfeld spiele eine große Rolle. Es beginne mit dem Schulweg. Fahlenbock kritisiert beispielsweise Eltern, die ihre Kinder zur Schule fahren. "Warum können die Kinder die letzten Meter nicht zu Fuß gehen? Das wäre ein Bewegungsanteil am Tag, den man sonst künstlich wieder herstellen muss."

Und die Schule dauert heute länger

Viele Kinder sind auch nachmittags in der Schule, anschließend fallen Hausaufgaben an. Da bleibt nicht viel Zeit für Bewegung. Deswegen sei die Schule hier gefordert, Bewegungsräume zu schaffen. "In einer Schule sollte es zum Beispiel einen attraktiven Pausenhof geben, auf dem man zur Bewegung animiert wird." So könnten Kinder Freude daran finden zu rennen und zu lachen.

"Genau das braucht der Mensch, um im weiteren Leben Sport zu treiben."

Sportlehrer Michael Fahlenbock

Die richtige Motivation zu Hause

Wenn Eltern von Anfang an zusammen mit Kindern Sport treiben, kann das durchaus motivieren. Auch bereits unbewegliche und adipöse Kinder könnten im Verlauf ihres Lebens die Motivation finden, sportlich zu werden, so Fahlenbock. "Wir erleben das ja auch mit Erwachsenen, plötzlich fangen sie mit Sport an". Oft stünde dahinter dann eine gewisse Dramatik, dass der Arzt dem Erwachsenen sagt, dass er sterben würde, wenn er nicht sofort anfinge sich zu bewegen.

Ein adipöses Kind wiegt sich.  (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance/Dean Lewins/AAP/dpa)
Ein adipöses Kind wiegt sich. picture alliance/Dean Lewins/AAP/dpa

Mädchen noch unsportlicher als Jungs

Nur die wenigsten Kinder und Jugendliche zwischen 11 und 17 Jahren schaffen laut Weltgesundheitsorganisation eine Stunde Bewegung am Tag. Dieses Minimum schaffen fast 80 Prozent der Jungen und fast 88 Prozent der Mädchen nicht.

STAND