Ein Flugzeug der Fluggesellschaft Eurowings hebt ab vom Flughafen Düsseldorf. (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance/Friso Gentsch/dpa)

Nach Flugbegleiter-Streik Keine weiteren Warnstreiks diese Woche

Der Streik der Flugbegleiter der Lufthansa-Töchter hat dazu geführt, dass am Sonntag rund 100 Flüge in Deutschland ausgefallen sind. Mittlerweile hat sich der Flugbetrieb wieder normalisiert. Weitere Streiks soll es zumindest in dieser Woche nicht geben.

Die Flugbegleiter-Gewerkschaft Ufo will in der laufenden Woche auf weitere Warnstreiks im Lufthansa-Konzern verzichten. Das hat ein Sprecher mitgeteilt.

Zur aktuellen Lage am Montagmorgen sagte eine Lufthansa-Konzernsprecherin: "Wir können unser übliches Angebot fliegen." Mehrere tausend Passagiere dürften am Sonntag betroffen gewesen sein. Genaue Zahlen nannte die Lufthansa bisher nicht.

Dem Konzern ist es damit nicht gelungen, die Warnstreiks komplett ins Leere laufen zu lassen. Man werde das Geschehen bewerten und prüfe weiterhin juristische Schritte, sagte die Sprecherin.

Die Gewerkschaft Ufo will mit ihren Tarifkommissionen besprechen, wie es weitergeht. Sie hat eine Urabstimmung über unbefristete Streiks eingeleitet. Diese soll zum 1. November abgeschlossen werden.

Vier Lufthansa-Töchter betroffen

Insgesamt waren mehrere tausend Fluggäste der Lufthansa-Töchter Eurowings, Germanwings, Cityline und Sunexpress betroffen. Das zeigt eine Auswertung der öffentlich zugänglichen Flugpläne.

Demnach fiel jeweils eine deutlich zweistellige Anzahl von Flügen in Berlin-Tegel, Köln, München, Stuttgart und Hamburg aus. Auch in Frankfurt fielen einzelne Flüge aus. Gestrichen wurden meist innerdeutsche Verbindungen, auf denen die Passagiere mit Bahn-Gutscheinen ans Ziel gebracht werden konnten. Aber auch innereuropäische Verbindungen wurden gestrichen.

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Viele Flugausfälle in Stuttgart

Während des 19-stündigen Warnstreiks von frühmorgens bis Mitternacht seien am Sonntag insgesamt 36 Starts oder Landungen entfallen, teilte eine Sprecherin des Stuttgarter Flughafens am Montag auf Anfrage mit. Größtenteils habe es sich dabei um Eurowings-Flüge gehandelt.

Gewerkschaft Ufo wertet Streik als Erfolg

Die Gewerkschaft Ufo wertet den Streik als Erfolg. "Die vollmundigen Ankündigungen der Lufthansa, alle Flüge stattfinden zu lassen, sind einfach nicht eingetreten", sagte der stellvertretende Ufo-Vorsitzende Daniel Flohr in Frankfurt. Er beschuldigte das Management, Streikbrecher mit bis zu 200 Euro Extra-Prämien geködert zu haben. Ein Eurowings-Sprecher erklärte, dass nur tarifvertraglich fest vereinbarte Zuschläge gezahlt würden. Diese würden immer fällig, wenn Flugbegleiter sich an freien Tagen freiwillig meldeten. Allgemein hielten sich die Auswirkungen der aus Sicht des Konzerns rechtswidrigen Warnstreiks in engen Grenzen. "Mehr als 90 Prozent der Crews sind pünktlich zum Dienst erschienen."

Ufo kündigte an, heute die Warnstreiks in ihren jeweiligen Tarifkommissionen auszuwerten und über weitere Maßnahmen zu beraten. Die Gewerkschaft hat für jede der fünf Fluggesellschaften Forderungen aufgestellt, die vom Lufthansa-Konzern teilweise bereits freiwillig geleistet werden. So zahlt Lufthansa freiwillig 2,0 Prozent mehr Gehalt, obwohl Ufo im aktuellen Arbeitskampf nur 1,8 Prozent gefordert hat.

REDAKTION
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