Stillstand auf den Gleisen (Foto: dpa Bildfunk, SWR, Picture Alliance)

"Railmap 2030" Verkehrsexperte: Bahn ist nicht fit für die Zukunft

Zu viel an der falschen Stelle gespart und zu viel Geld in Prestigeprojekte wie "Stuttgart 21" gesteckt: Für die Experten der Denkfabrik Agora Verkehrswende hat die Deutsche Bahn zu viele Fehler gemacht, um zukunftsfähig zu sein.

Politiker, Verkehrsexperten und Umweltverbände fordern seit Langem, dass mehr Menschen mit dem Zug fahren sollen. Doch ist die Deutsche Bahn überhaupt in der Lage, noch mehr Personen zu befördern als bisher?

Experten der Denkfabrik Agora Verkehrswende bezweifeln das. Sie prognostizieren in ihrer "Railmap 2030", dass die Bahn - so wie sie jetzt aufgestellt ist - bei stark steigenden Fahrgastzahlen in Schwierigkeiten geraten würde.

Steigende Fahrgastzahlen - überlastete Bahn

Die Bahn habe "sicherlich nicht" die Kapazitäten, um in zehn Jahren doppelt so viel Fahrgäste transportieren zu können wie heute, sagte Dr. Urs Maier von der Denkfabrik im SWR.

Für den Experten liegen die Ursachen dafür in der Vergangenheit. Die Bahn habe zu wenig in Infrastruktur, wie den Ausbau des Schienennetzes, investiert, so Maier. Dafür sei aber viel Geld in "Prestigeobjekte wie Stuttgart 21" geflossen.

Baustelle Stuttgart 21 (Foto: dpa Bildfunk, Picture Alliance)
Großprojekt Stuttgart 21 Picture Alliance

In ihrer Studie fordern die Experten unter anderem, dass jetzt vor allem Verkehrsknoten wie Mannheim ausgebaut werden, um Engpässe abzubauen. Des Weiteren müsse das Schienennetz digitalisiert werden. Meier schätzt, dass allein dadurch etwa 20 Prozent mehr Züge auf dem bestehenden Schienennetz unterwegs sein könnten.

Aber lässt sich das alles finanzieren? Diese Frage beantwortet Urs Maier im Audio.

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