Alexander Drechsel (Foto: SWR, SWR -)

Ein unvernünftiges Hobby. Ein Kommentar Gebt weniger Gas!

Die Sonne soll scheinen und die Landstraße lockt - über Ostern werden viele Motorradfahrer unterwegs sein. Alexander Drechsel warnt vor einem tödlichen Freizeitvergnügen.

Verkehrsunfälle sind Schicksalsschläge: Ein technischer Defekt, ein kurzer Moment der Unachtsamkeit, Selbstüberschätzung, und das eigene Leben sowie das Leben anderer ändert sich brutal und ohne Vorwarnung. Besonders gefährdet sind Motorradfahrer.

Notarztwagen, Polizei und Motorrad im Straßengraben (Foto: SMDG)
2017 starben in Deutschland 583 Motorradfahrer bei Unfällen. SMDG

Als meine Kollegin Kirsten Tromnau im Herbst 2018 an dieser Stelle forderte, extrem unfallträchtige Strecken für Motorradfahrer zu sperren, brach eine Welle der Empörung über sie herein. Weit entfernt von jeglicher Sachdiskussion wurde sie via Email und Social Media angefeindet und beschimpft. Dabei sind die Fakten klar: Motorradfahrer haben - gemessen an den gefahrenen Kilometern - ein 26-mal höheres Risiko, bei Fahrten tödlich zu verunglücken als Pkw-Fahrer.

Anderen den Anblick zerfetzter Körper ersparen

Die Diskussion, ob unaufmerksame Autofahrer oder leichtsinnige Motorradfahrer Hauptverursacher der Unfälle sind, will ich gar nicht lostreten. Feststeht: Wer sich aufs Motorrad setzt, riskiert für sich und andere unverhältnismäßig viel. Dabei geht es nicht nur um Verletzungen und Schäden - Unfallbeteiligte und Helfer müssen auch den Anblick zerfetzter Körper verkraften.

Motorräder in Kurve (Foto: dpa Bildfunk, dpa)
Auf kurvenreichen Strecken benötigt ein Motorrad in Schräglage beinahe so viel Platz wie ein Auto. dpa

Für die anstehenden Feiertage ist bestes Ausflugswetter vorhergesagt, das auch viele Motorradfahrer nutzen werden. Bleibt nur die Hoffnung, dass Auto- sowie Motorradfahrer rücksichtsvoll unterwegs sind, auf den Adrenalinkick der Geschwindigkeit verzichten und so besagte Schicksalsschläge hoffentlich vermeiden.

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