Nach Hitze drohen Starkregen und Unwetter (Foto: Imago, SWR, imago/JanEifert)

Unwetter im Südwesten So sollten wir mit Unwettern umgehen!

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Nach der Hitze kommt die Abkühlung. Und die kommt im Südwesten jetzt mit stellenweise heftigen Unwettern und Starkregen. SWR-Umweltredakteur Werner Eckert erklärt, was uns da erwarten könnte.

Warum müssen es immer gleich Extreme sein?

Eben noch Backofenhitze und Trockenheit - dann schüttet es plötzlich unverhofft wie aus Kübeln. Und genau das hängt exakt miteinander zusammen.

Zum einen befindet sich in der Atmosphäre enorm viel Energie. Hitze ist Energie - und die entlädt sich, wenn die entsprechenden Wetterfronten aufeinander geraten. Also, wenn feucht-kühle Luft in dem Fall auf die Heißluft trifft.

Über sehr trockenem Boden findet besonders häufig Gewitterregen statt. Es gibt Statistiken der TU Wien, die exakt das belegen. Über trockener Erde ist die Luft besonders heiß und sie steigt schnell nach oben - dadurch werden Wolken an genau diesen Stellen sozusagen nach oben gezogen, in kältere Luftschichten und dort kondensiert das Wasser und wird zu Regentropfen.

Müssen wir auch mit Überschwemmungen rechnen?

Generell besteht bei Starkregen auch immer die Möglichkeit von Überschwemmungen. Das hat eine Reihe von Gründen: Zum einen ist der Boden festgetrocknet durch die Hitze der vergangenen Tage. Die Aufnahmefähigkeit ist deshalb gering. Das führt dazu, dass das Wasser nicht eindringen kann, sondern oberflächlich abläuft. Das gilt vor allem für nackten Ackerboden.

Eine völlig vertrocknete braune Rheinwiese in Koblenz (Foto: SWR)
Die Rheinwiese in Koblenz ist völlig vertrocknet.

Wenn eine Fläche mit Wald oder Wiese bewachsen ist, fällt der Regen zunächst auf die Blätter. Er prasselt beispielsweise in die Bäume, Die Tropfen spritzen auseinander, werden kleiner gemacht und verlieren Kraft. Erst in der zweiten Ebene tropft der Regen nach unten und kommt auf dem Boden auf.

Ist der Boden dagegen blank, wie das jetzt auf vielen Äckern der Fall ist, dann prallt das Wasser auf den festen Boden und läuft schnell wieder ab.

Bringt der Starkregen den Pflanzen überhaupt was?

Eigentlich haben die Pflanzen nach den letzten heißen Tagen und der Dürre jeden Tropfen Wasser nötig. Allerdings brauchen sie Zeit, um das Wasser aufnehmen zu können.

Maispflanzen (Foto: picture-alliance / dpa, Ina Fassbender)
Ja, die Pflanzen brauchen Wasser - aber eben nicht so viel auf einmal. Ina Fassbender

Wenn es nur ein vorübergehender, sehr kurzer Starkregenschauer ist, dann ist das bei den jetzigen Verhältnissen leider nicht sehr wirkungsvoll. Ein Landregen - also, moderate Regenfälle über eine längere Zeit - wäre besser. Den kann der Boden sehr viel besser aufnehmen und sich wieder auffüllen.

Wie kann ich meinen Garten auf ein Unwetter vorbereiten?

Gartenbesitzer könnten ihre Pflanzen reinstellen, damit sie nicht vom Wind umgeweht werden oder von den Hagelkörnern oder schweren Regentropfen kaputt gehen. Eine Alternative vor allem für empfindliche Pflanzen wäre, ein Flies oder Folie darüber zu breiten.

SWR-Umweltredakteur Werner Eckert hat noch einen anderen Tipp für Gartenbesitzer: "Eine gute Idee wäre es im Übrigen, vor dem Regen die Bewässerung einzuschalten. Das klingt zwar ein bisschen pervers, hat aber den Vorteil, dass eine kurze, sanfte Bewässerung den Boden oberflächlich schon mal feucht macht und das erlaubt es, dass er mehr aufsaugen kann, als wenn er brottrocken ist."