Vor dem Slogan "Werbung? Nein Danke!" telefoniert eine junge Frau  (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance / dpa)

Jährlich zehntausende Beschwerden Unerlaubte Werbung per Telefon - und was Sie dagegen tun können

In Deutschland gibt es nach wie vor zehntausende Beschwerden wegen unerlaubter Telefonwerbung. Die Zahl der Beschwerden hat laut Bundesnetzagentur 2019 im Vergleich zum Vorjahr nur minimal abgenommen.

Telefonwerbung ist in Deutschland nur dann erlaubt, wenn Verbraucher vorher ausdrücklich zugestimmt haben. Im vergangenen Jahr gingen bei der Bundesnetzagentur knapp 58.000 Beschwerden über unerlaubte Anrufe ein - nur minimal weniger als im Vorjahr.

Wer sich dagegen wehren will, sollte "ruhig bleiben und mitschreiben, wer da anruft und um welches Produkt es geht", empfiehlt SWR-Wirtschafts-Redakteur Michael Wegmer. Das seien wichtige Informationen, um den Anrufer der Bundesnetzagentur zu melden. Für solche Mitschriften gibt es auch Vordrucke bei den Verbraucherzentralen.

Verbraucherzentrale: Anbieter haben "kriminelle Energie"

Der Handelsexperte beim Verbraucherzentrale Bundesverband, Roland Stuhr, sagte im SWR: "Wenn man behauptet, Verbraucher hätten Ja gesagt zu einem Vertrag, was sie nie getan haben, dann ist das ein Betrug. Wenn dann behauptet wird, ein Vertrag sei geschlossen worden, dann ist das kriminell."

Gesetzgeber gefordert

Verbraucherschützer fordern deshalb höhere Geldbußen. Die seien wichtig, aber sie reichten im jetzigen Rahmen nicht aus, sagt Roland Stuhr. Daher sei nun der Gesetzgeber gefordert, nachzubessern: "Es muss für Verbraucher einfacher werden, Verträge, die sie am Telefon geschlossen haben – oder die sie auch nicht geschlossen haben und das nur von der Gegenseite behauptet wird – zu kündigen oder da wieder rauszukommen. Dafür gibt es auch Vorschläge. Die liegen auf dem Tisch. Die muss man aber auch umsetzen."

Was bei besonders hartnäckigen Fällen zu tun ist, beschreibt der Redakteur im Audio.

Dauer

Tausend Beschwerden gegen Sky

Die Bundesnetzagentur hat im vergangenen Jahr Bußgelder von insgesamt mehr als 1,3 Millionen Euro verhängt. Viele der abgemahnten Unternehmen stützen sich nach Angaben der Behörde für ihre Telefon-Kampagnen auf Einwilligungsdaten, die unzutreffend, veraltet oder sogar gefälscht sind.

Ein prominentes Beispiel war der Pay-TV-Sender Sky. Im Dezember verhängte die Netzagentur nach 1.000 Beschwerden ein Bußgeld von 250.000 Euro. Hohe Bußgelder wurden auch gegen Werbeanrufer für Energiedienstleistungen verhängt. Aber auch die Belieferung mit Tiefkühlessen oder Abonnements für seltene Münzen tauchen in der Liste der Bundesnetzagentur auf.

REDAKTION
STAND