Umstrittene Pseudotherapien für Homosexuelle "Konversionstherapie" für Homosexuelle - Spahn will Verbot

Noch immer wird versucht, Homosexuelle von ihrer sexuellen Neigung zu "heilen". Gesundheitsminister Spahn will solche sogenannte Konversionstherapien verbieten. Dafür gebe es viele Gründe.

Es klingt wie aus einer anderen Zeit: Therapien oder Praktiken, mithilfe derer homosexuelle Menschen von ihrer sexuellen Orientierung abgebracht werden sollen. Jörg Litwinschuh-Barthel, von der Bundesstiftung "Magnus Hirschfeld" geht davon aus, dass an etwa tausend Menschen pro Jahr solche sogenannten Konversionstherapien angewendet werden.

"Konversionstherapie": Von Gesprächen bis exorzistischen Praktiken

Das kann von Gesprächen und Gebeten bis hin zu exorzistischen Praktiken gehen. Ein Verbot solcher Anwendungen ist aus medizinischer Sicht geboten und rechtlich möglich. Zu dem Ergebnis kommen zwei wissenschaftliche Gutachten, die Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) Anfang April in Auftrag gegeben hatte. Die Ergebnisse stellte Spahn jetzt vor.

Therapien gegen Homosexualität bergen Gesundheitsrisiken

Das Fazit: Solche Praktiken können Ängste und Depressionen verursachen. Spahn erläuterte: "Homosexualität ist keine Krankheit und damit auch nicht behandlungsbedürftig." Die fälschlicherweise "Therapien" genannten Behandlungen hingegen könnten "gravierende psychische und gesundheitliche Folgen haben".

Dauer

Zwei rechtliche Voraussetzungen um Konversionstherapien zu verbieten

Um solche Konversionstherapien verbieten zu können, müssen laut Prof. Martin Burgi von der Ludwig-Maximilians-Universität München rechtlich zwei Dinge beachtet werden. Zunächst muss das Verbot einem öffentlichen Zweck dienen. Das ist der Fall, weil es darum geht, die Gesundheit der Betroffenen zu schützen.

Zudem muss der Grundsatz der Verhältnismäßigkeit beachtet werden. Das wäre aus Sicht des Juristen rechtlich möglich, sowohl als Ordnungswidrigkeit oder über die Einführung eines Straftatbestandes. Bundesgesundheitsminister Spahn will noch in diesem Jahr einen Gesetzentwurf vorlegen.

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