Leeres Wartezimmer (Foto: picture-alliance / dpa, Ulrich Baumgarten)

GKV-Forderung nach Umfrage zu Sprechstunden Arztpraxen sollen mehr abends und samstags öffnen

Eine Umfrage unter Ärzten hat ergeben, dass viele Praxen an zwei Nachmittagen geschlossen haben. Generell seien die Sprechzeiten zu patientenunfreundlich, kritisieren die gesetzlichen Krankenkassen.

Der Verband gesetzlichen Krankenversicherungen (GKV) hatte das Marktforschungsinstitut Forsa mit der Umfrage beauftragt. 1.400 Ärzte wurden nach den Öffnungszeiten ihrer Praxen befragt - von niedergelassen Hausärzten über Kinder-, Augen-, HNO-Ärzten bis zu Gynäkologen und Orthopäden.

Das Resultat: Viele Praxen haben am Mittwoch und Freitag nachmittags geschlossen: Freitagnachmittag hat nur noch jede fünfte Praxis geöffnet. Nach 19 Uhr bietet unter der Woche laut Umfrage nur rund jede zehnte Arztpraxis Sprechstunden an. Und samstags wird es ganz eng: Nur zwei Prozent der Praxen sind vormittags geöffnet.

Klaus Reinhardt, Vorsitzender des Ärzteverbandes Hartmannbund, weist die Vowürfe entschieden zurück.

GKV: "Kein Wunder, dass mehr Menschen in die Notaufnahmen gehen"

Die Krankenkassen fordern, dass Ärzte auch am frühen Abend und an Samstagen für die Patienten da sind und entsprechend Sprechstunden anbieten sollten.

"Krankheiten richten sich nicht nach den Lieblingsöffnungszeiten der niedergelassenen Ärzte."

Johann-Magnus von Stackelberg, GKV

Die Folge aus Sicht von GKV-Chef Stackelberg: "Kein Wunder, dass immer mehr Menschen in die Notaufnahmen der Krankenhäuser gehen. Außerdem mahnte er Ärzte, die nur die Mindestzahl von 20 Sprechstunden anbieten. In der Zeit sollten sie dann keine Privatpatienten behandeln und keine Privatleistungen verkaufen. Für private Zusatzgeschäfte müssten zusätzliche Termine angeboten werden.

Damit es wirklich genug Sprechstunden gebe, müsse zudem stärker vorgegeben werden, was in diesem Rahmen möglich ist und was nicht. Manchmal gebe es nur auf dem Papier genug Ärzte, etwa wenn Augenärzte operieren und so für einfache Erkrankungen oder Routineuntersuchungen keine Zeit haben.

SWR-Redakteur Uwe Lueb kommentiert die Forderungen im Video:

REDAKTION
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