Fridays for Future Demo (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance// Vincenzo Livieri/LaPresse via ZUMA Press/dpa)

Protest-Umfrage Das sind die jungen Menschen bei "Fridays for Future"

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Freitags gehen sie auf die Straße: Tausende Schülerinnen und Schüler weltweit protestieren bei den "Fridays for Future" für bessere Klimapolitik. Wer sind diese jungen Menschen?

Seit mehreren Wochen schon gehen weltweit Schülerinnen und Schüler sowie Studentinnen und Studenten an jedem Freitag auf die Straße. Mal in der einen, mal in einer anderen Stadt, in manchen in jeder Woche. Die jungen Menschen, oft auch begleitet von Eltern und weiteren Erwachsenen, demonstrieren für mehr Klimaschutz und eine effektivere Klimapolitik.

Fridays for Future Demo (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance/Christoph Soeder/dpa)
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"Gezielt weniger konsumiert"

Aber wer sind diese Menschen, die gegen den Klimawandel Schule und Hochschule schwänzen? Protestforschende aus mehreren europäischen Ländern haben eine gemeinsame Umfrage erstellt, deren erste Ergebnisse am Dienstagnachmittag in Berlin vorgestellt wurden.

Demnach gaben besonders viele Befragte auf die Frage, weshalb sie an dem Protest teilgenommen haben, die Wörter "Zukunft", "Klimawandel", "Generation" und "Politik" an. 80,5 Prozent von ihnen sagten, sie hätten "gezielt Produkte aus politischen, ethischen oder ökologischen Gründen gekauft", 70,5 Prozent hätten darum weniger konsumiert.

Fridays for Future Demo (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance/Christoph Soeder/dpa)
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Wenig Vertrauen in die deutsche Regierung

39,5 Prozent der Befragten gaben an, aus politischen, ethischen oder ökologischen Gründen eine Flugreise nicht angetreten zu haben. 68,4 Prozent sagten, sie hätten ihre Ernährung deshalb geändert.

Im Video erzählt Mitorganisator Patrick aus Stuttgart, was ihn zum Demonstrieren motiviert:

Dauer

In die deutsche Regierung haben die Schülerinnen, Schüler und Studierenden der Studie zufolge nur wenig Vertrauen. Der Koalition und auch den Unternehmen werde nur sehr wenig Lösungskompetenz zugeschrieben, sagte Sabrina Zajak vom Institut für Protest- und Bewegungsforschung, das die Umfrage durchgeführt hatte.

Demos als Aufforderung an die Politik

Trotzdem stimmten 85,6 Prozent der Aussage zu, Politikerinnen und Politiker müssten ihre Versprechen aus der Klimapolitik halten. Rund zwei Drittel glauben der Umfrage zufolge daran, durch die Demonstration dieses Ziel auch erreichen zu können.

Fridays for Future Demo (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance/Alessandro Di Meo/ANSA/AP/dpa)
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Zajak deutet das so, dass die Proteste eine Aufforderung an die Politik seien, die Lösungskompetenz im Kampf gegen den Klimawandel wiederzuerlangen.

An den Demonstrationen nehmen der Umfrage zufolge überwiegend Frauen und Mädchen teil (57,6 Prozent). Die meisten Protestierenden sind zwischen 14 und 19 Jahren alt. Sie gaben am häufigsten an, über Freundinnen und Freunde oder aus den Sozialen Medien von den Demonstrationen erfahren zu haben.

Durch Aktivistin Greta Thunberg beeinflusst?

Den Einfluss von Greta Thunberg, der 16-jährigen Klimaaktivistin, die die "Fridays for Future" ins Leben gerufen hatte, gaben die meisten mit "etwas" an. Sie habe ihre Entscheidung, an der Klimademo am 15. März teilzunehmen, nur "etwas" beeinflusst sowie auch das Interesse am Thema Klimawandel.

Fridays for Future Demo (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance// Vincenzo Livieri/LaPresse via ZUMA Press/dpa)
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Am 15. März hatten sie und die Organisatoren der "Fridays for Future" zu weltweiten Demonstrationen aufgerufen. An diesem Tag wurde die Umfrage in Berlin und Bremen durchgeführt, wo insgesamt etwa 25.000 Teilnehmende waren. 343 Demonstrierende ab 14 Jahren wurden befragt. Zum Abgleich wurden Streikende außerdem aufgefordert, einen Online-Fragebogen auszufüllen.

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