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Umfrage: Chance für Schwarz-Grün im Bund. Ein Kommentar Bundeskanzler Robert Habeck!

Das größte politische Talent eines Regierungsbündnisses sollte Bundeskanzlerin oder -kanzler werden, meint Martin Rupps. Im Falle einer schwarz-grünen Bundesregierung wäre das der Grüne Robert Habeck.

Wäre am kommenden Sonntag Bundestagswahl, käme die Union laut einer aktuellen Forsa-Umfrage auf 30 und die Grünen auf 16 Prozent. Union und Grüne liegen damit ein Prozent unter dem Wert, den Union und SPD (30 + 17 Prozent) aktuell erreichen. Kein Zweifel, falls noch einmal eine unionsgeführte Regierung mit einer zweiten Bundestagsfraktion zustande kommt, dann sind die Grünen mögliche Partner.


Der Grünen-Politiker Robert Habeck (Foto: picture-alliance / dpa)
Der Grünen-Politiker Robert Habeck könnte nur Kanzler werden, wenn die Union als größere Bundestagsfraktion auf einen eigenen Kandidaten verzichtet

Bevor Union und SPD nach der nächsten Bundestagswahl eine weitere „Große Koalition“ eingehen, tritt der türkische Staatspräsident Erdogan zum Christentum über. CDU und/oder CSU werden als mit Abstand größte Bundestagsfraktion weiter die Kanzlerin oder den Kanzler stellen - es sei denn, sie lassen dem grünen Koalitionspartner den Vortritt, der mit Robert Habeck über eines der größten politischen Talente der Gegenwart verfügt.

Altes Machteinmaleins geht nicht mehr auf

Der Mann gehört einer neuen Generation an. Er hört zu und denkt nach, bevor er etwas sagt. Der Mann hat seinen Intellekt an großen Philosophen wie Immanuel Kant geschult. Man darf auf geistvolle politische Reden hoffen. Am wichtigsten ist, dass er ein Berufsleben vor der Politik hatte. Es besteht Aussicht, dass der Politiker Robert Habeck nicht aus dem Amt getragen werden will.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (Foto: picture-alliance / dpa)
Für die Nachfolge von Bundeskanzlerin Angela Merkel sollte Talent entscheidend sein und nicht das „richtige“ Parteibuch

Dass die Union freiwillig auf das Kanzleramt verzichtet, ist zwar wenig wahrscheinlich. Ein "Bundeskanzler Robert Habeck" wäre gleichwohl ein historischer Beitrag zur Pflege der politischen Kultur. Souverän wäre es zu fragen: "Wer ist im Augenblick die oder der Beste für das Land?", statt stur auf den Kanzlerbonus zu pochen.

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