Twitter-Foto vom Treffen zwischen dem iranischen Außenminister Sarif und dem französischen Präsidenten Marcon (Foto: picture-alliance / Reportdienste, Uncredited/Twitter account of Javad Zarif/AP/dpa)

Zukunft des Iran-Atomabkommens Grünen-Politiker: Gespräch zwischen Macron und Sarif war richtiges Signal

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Es war ein Coup des französischen Präsidenten Emmanuel Macron: Gestern war plötzlich der iranische Außenminister Mohammed Dschawad Sarif in Biarritz beim G7-Gipfel der führenden Industrienationen im französischen Badeort Biarritz aufgetaucht.

Für den außenpolitischen Sprecher der Bundestagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen, Omid Nouripour, war der Überraschungs-Besuch des iranischen Außenministers Mohammed Dschawad Sarif beim G7-Gipfel in Biarritz das richtige Signal. Im SWR sagte Nouripour, es gebe keinen "falschen Rahmen, wenn es darum geht, dass Leute miteinander reden, damit es nicht zu einem Krieg kommt."

Deutschland müsse die Initiative des französischen Präsidenten unterstützen, damit die Gespräche über das Iran-Atomabkommen wieder in Gang kämen.

Treffen im G7-Rahmen wäre falsches Signal gewesen

Für den Grünen-Politiker Nouripour sei es richtig gewesen, dass das Treffen nur zwischen dem französischen Präsidenten Emmanuel Macron und Sarif stattgefunden habe und nicht im großen Rahmen mit allen G7-Teilnehmern. Das wäre eine "Aufwertung" der Person Sarifs gewesen, so Nouripour. Jetzt sei es wichtig, dass Deutschland die Initiative Macrons unterstütze. Denn ohne Gespräche werde es keine Deeskalation im Persischen Golf geben.

Ohne die USA geht nichts

Nouripour hielt es in dem SWR-Interview nicht für ausgeschlossen, dass es in Biarritz gestern auf diplomatischer Ebene auch zu einem Treffen zwischen Vertretern des Irans und der USA gekommen sein könnte. Bisher sei ja nur sehr wenig über das Treffen zwischen Macron und Sarif bekannt geworden.

"Am Ende des Tages wird es manifeste Ergebnisse nur geben, wenn die USA mit einbezogen werden"

Omid Nouripour, außenpolitischer Sprecher von Bündnis 90/Die Grünen

"Ich bin gespannt, was da heute noch herauskommt", sagte Nouripour. Die Verhandlungen über ein Atomabkommen mit dem Iran könnten nur zusammen mit den USA wieder in Gang kommen.

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