E-Tretroller-Fahrt mit Helm im Nordrhein-Westfälischen Herne (Foto: picture-alliance / Reportdienste, dpa Bildfunk, picture alliance/Roland Weihrauch/dpa)

Tödliche Gefahr durch E-Tretroller E-Scooter: Mediziner plädiert für Helmpflicht

E-Tretroller sind cool, aber leider nicht ganz ungefährlich. Nun ist in Großbritannien erstmals eine junge Frau ums Leben gekommen. Eine Helmpflicht könnte möglicherweise helfen.

Bei dem Unfall in Großbritannien soll die Frau - eine bekannte Youtuberin - an einer Londoner Kreuzung von einem Lastwagen erfasst worden sein. Und auch in Deutschland ist es schon zu einigen, glücklicherweise leichteren, Unfällen gekommen, darunter ein Vorfall im bayrischen Nördlingen, wo eine 85-jährige Elektro-Tretrollerfahrerin von einem Auto erfasst wurde.

Schon bei 20km/h ist ein Helm sinnvoll

Auch wenn eine Helmpflicht sicher nicht alle Probleme löst, ist sie dennoch dringend empfehlenswert, meint Dr. Paul Sparenberg, Neurologe und Oberarzt am Unfallkrankenhaus Berlin im SWR. Für ihn steht fest: "Wenn Sie mit 20 km/h mit dem Kopf gegen ein Hindernis prallen und tragen einen vernünftigen Helm, dann kann das schon den Schädelbruch oder eine Gehirnverletzung verhindern."

Aus Sicht des Neurologen gilt diese Regel sowohl für E-Scooter als auch für Fahrräder, und zwar ganz unabhängig davon, ob diese elektrisch oder mit Muskelkraft angetrieben würden. Beim E-Scooter komme durch die kleinen Reifen erschwerend der geringe Abstand zum Boden hinzu. Hier könnten schon kleine Bodenunebenheiten zu Stürzen führen.

Besonders gefährlich: das Schädel-Hirn-Trauma

Aus neurologischer Sicht ist das Risiko eines Schädel-Hirn-Traumas bei Fahrrad- und E-Tretroller-Unfällen besonders groß. Von der leichten Gehirnerschütterung bis hin zu schweren Verletzungen sei hier alles möglich. Häufig habe eine Schädigung des Frontalhirns langwierige Beeinträchtigungen zur Folge, dazu gehörten Veränderungen der Psyche ebenso wie Sprachstörungen und Lähmungserscheinungen.

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