Mann raucht eine E-Zigarette (Foto: dpa Bildfunk, Lisa Ducret)

Todesfälle und hunderte Lungenschäden in den USA Deutsche Krebsforschung: Gefahr durch E-Zigaretten nicht ausreichend untersucht

In den USA zählen die Behörden immer mehr Lungenschäden nach dem Rauchen von E-Zigaretten. In Deutschland sind so hohe Fallzahlen bisher nicht bekannt.

Die Patienten sind oft jung und männlich: Die Amerikanische Gesundheitsbehörde CDC zählt inzwischen 530 Fälle von Lungenerkrankungen nach dem Rauchen von E-Zigaretten. Mehr als die Hälfte der Betroffenen ist keine 25 Jahre alt. Acht Patienten sind gestorben.

Inzwischen veröffentlicht die Behörde die Zahlen wöchentlich. Und in diesem Zeitraum sprang die Zahl der Betroffenen von 380 auf 530. Eines der Todesopfer hatte Verätzungen in der Lunge. Auf welche Substanz genau der Patient reagiert hat, ist nicht bekannt.

Wie groß ist die Gefahr durch E-Zigaretten wirklich?

Dauer

So hohe Fallzahlen wie in den USA sind in Deutschland nicht bekannt. Was auch daran liegen kann, dass in den USA andere Inhaltsstoffe in E-Zigaretten vorkommen, erklärt Katrin Schaller vom Deutschen Krebsforschungszentrum DKFZ in Heidelberg. Die europäische Tabakproduktrichtlinie reguliere E-Zigaretten sehr viel stärker, so Schaller im SWR.

Langzeitschäden noch unbekannt

Katrin Schaller warnt trotzdem vor den Folgen. Besonders die Langzeitschäden seien unklar. Bisher gebe es nur Untersuchungen an Tieren und Zellversuche. Diesen würden darauf hinweisen, "dass E-Zigaretten-Aerosol schädlich sein kann. Und dass es zu entzündlichen Reaktionen und DNA-Schäden führen kann."

Problematisch sei auch, dass Substanzen in E-Zigaretten-Liquids zugelassen seien, weil diese bereits in Lebensmitteln erlaubt seien. Dabei bleibe unberücksichtigt, dass die Stoffe beim Rauchen inhaliert würden und nicht gegessen: "Es fehlen toxikologische Daten dazu, was im Körper passiert, wenn ich die Aromen, Propylenglykol und Glycerin sehr häufig in großen Mengen inhaliere."

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