Tierischer Betrug in Kairo? Wenn aus Eseln Zebras werden

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Zebra oder Esel - das ist hier die Frage. Ein Zoo in Kairo wird zum Gespött im Netz, weil er angeblich angemalte Esel anstelle waschechter Zebras zur Schau stellt.

Im "Internationalen Park" in Kairo gibt's für jede Weltregion eine Sektion mit typischen Pflanzen und Tieren. Doch als Mahmoud Sarhan, ein Student, kürzlich durch "Afrika" schlenderte, dachte er sich: Das kann nicht sein! Zwei angebliche Zebras sahen irgendwie komisch aus: Sie waren recht klein, ihre Ohren waren für Zebras ungewöhnlich spitz, die schwarzen Streifen waren unregelmäßig und teilweise verschmiert, die Schnauzen der Tiere nicht schwarz. Sarhan war sich sicher: Das sind keine Zebras, sondern Esel, die bemalt worden waren – mit schwarzen Streifen auf weißem Untergrund! Blitzschnell zog die Sache weite Kreise in den sozialen Medien.

Offizielle Stellen dementieren umgehend: "Das sind echte Zebras"

Von ägyptischen Medien befragte Tierärzte gaben Mahmoud Sarhan Recht: Ohne Zweifel handele es sich um Esel. Doch der Direktor des Parks widersprach: Mohammed Sultan, gleichzeitig ein Generalmajor der Armee, erklärte umgehend und schriftlich, das seien wirklich Zebras! Und Mohammed Ragaa'i, Direktor der Zentralen Verwaltung der Zoos in Ägypten, sprang ihm in einem Radiointerview bei:

"Dieses Gerücht ist eine Katastrophe, die einen zum Lachen bringt. So etwas kann in den Zoos niemals passieren! Wer das nicht glaubt, soll uns besuchen und unsere Zebras selber ansehen. Wenn Sie wollen, dass die Zebras vor Ihren Augen gewaschen werden, können wir das machen. Sie können auch einen Radiergummi mitbringen, um zu erforschen, ob die Farben fest sind oder nicht. All diese Sachen unterliegen in den lizensierten Zoos der Kontrolle, nach bestimmten Kriterien. Das ist eine Falschmeldung!"

Mohammed Ragaa'i, Direktor Zentrale Verwaltung der ägyptischen Zoos

Mahmoud Sarhan, der Student, mit dessen Facebook-Post alles anfing, findet es komisch: "Zum Lachen, dass ich durch Esel bekannt wurde!", postete er. Doch einige User bei Facebook warnten ihn: Er sei in Gefahr und müsse damit rechnen, angeklagt zu werden, wegen Beschädigung des guten Rufes Ägyptens.

Droht dem Studenten Mahmoud Sarhan nun Ärger?

Aus der Luft gegriffen ist das nicht. Vor wenigen Wochen erst erhielt eine Touristin aus dem Libanon eine achtjährige Haftstrafe in Kairo. Auf Facebook hatte sie von ihrem Besuch in Ägypten berichtet, und das war wenig schmeichelhaft.

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