Polizisten mit Schutzkleidung in Köln. (Foto: picture-alliance / dpa)

Terrorverdacht in Köln Ermittler: Tunesier wollte biologische Waffen herstellen

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Amelie Heß

Der inhaftierte Tunesier, in dessen Kölner Wohnung hochgiftige Substanzen gefunden wurde, ist laut Bundesanwaltschaft "dringend tatverdächtig, vorsätzlich biologische Waffen hergestellt zu haben."

Ermittler hatten in der Wohnung des am Dienstagabend in Köln festgenommenen Tunesiers eine Rizin-haltige Substanz gefunden. Das wurde von der Bundesanwaltschaft bestätigt. Der 29-Jährige sei "dringend tatverdächtig, vorsätzlich biologische Waffen hergestellt zu haben", erklärte die Bundesanwaltschaft am Donnerstag.

Keine konkreten Anschlagspläne

Am Mittwochabend wurde der Verdächtige dem Generalbundesanwalt in Karlsruhe vorgeführt. Der verordnete einen Haftbefehl gegen den Mann. Wie die Justizbehörde in Karlsruhe mitteilten, gebe es keine Anhaltspunkte für eine "konkretisierte Anschlagsplanung" oder eine Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung.

Der Verdächtige hatte sich nach Informationen von SWR und RBB rund Tausend Samenkörner der Rizinuspflanze besorgt. Daraus kann ein Gift hergestellt werden, das bereits in kleinsten Mengen tödlich ist, ein Gegenmittel gibt es nicht.

Chemikalien im Internet bestellt

Wie viel Rizin der Mann herstellen konnte und was er damit vorhatte, ist unklar. Die Ermittler wurden auf den Tunesier aufmerksam, nachdem er im Internet verdächtige Chemikalien bestellt hatte, die zum Bau einer Bombe geeignet sind.

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Amelie Heß
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Holger Schmidt