Manfred Weber (l, EVP) und Frans Timmermans (SPE), (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance/dpa)

TV-Duell zur Europawahl ARD-Wahlarena: Weber lehnt CO2-Steuer ab

Gut zwei Wochen vor der Europawahl haben sich die Spitzenkandidaten der derzeit stärksten Fraktionen im Europaparlament erstmals in Deutschland ein TV-Duell geliefert. Unterschiede wurden vor allem beim Thema CO2-Steuer deutlich.

Einen klaren Sieger gab es nach Ansicht von Beobachtern bei dem Duell nicht. SWR-Korrespondent Malte Pieper sagte, der sozialdemokratische Kandidat Frans Timmermans sei emotionaler, direkter und klarer in seinen Antworten gewesen. "Hat man auf die Argumente geschaut, dann war da inhaltlich oft nicht viel", sagte Pieper.

Der Kandidat der konservativen Europäischen Volkspartei, Manfred Weber, habe dagegen sauber und schlüssig argumentiert. "Aber das war eben auch ziemlich hölzern und langweilig anzuschauen." Warum Pieper Timmermans für den geeigneteren Kandidat hält, erklärt er im Audio.

Weber lehnt CO2-Steuer ab

Themen waren die Migrationspolitik der EU, eine europaweite Arbeitslosenversicherung und das Thema Grenzschutz. Klare Unterschiede zeigten sich vor allem beim Thema CO2-Steuer. Weber lehnte eine solche Steuer ab und begründete das mit finanziellen Folgen. Sie bedeute "höhere Sprit- und Heizölpreise für die ärmeren der Gesellschaft". Das Problem dürfe nicht über Steuern, sondern müsse über Innovationen gelöst werden.

Der Spitzenkandidat der Sozialdemokratischen Partei Europas, der Niederländer Timmermans, sieht das anders. Er wirbt im Kampf gegen klimaschädliche Abgase für eine solche europaweite Abgabe - allerdings nicht ohne die entsprechenden Voraussetzungen zu schaffen.

"Wir müssen dafür sorgen, dass wir unsere Wirtschaft schneller umschalten, dass keine Kohle mehr in Polen und der Slowakei produziert wird", so Timmermans. "Aber dann müssen wir die Polen und Slowaken auch massiv unterstützen."

Flugbenzin soll besteuert werden

Einig waren sich beide Politiker darin, dass Flugbenzin künftig besteuert werden soll. Unterschiede wurden wieder in der Frage nach der Bekämpfung der Flüchtlingsursachen deutlich. Timmermans forderte ein großes Investitionsprogramm für Afrika. Zwar sprach sich auch sein Kontrahent Weber von den Konservativen für bessere Beziehungen zu Afrika aus. Weber sagte, er setze aber stattdessen auf Handelsverträge und besondere Partnerschaften.

Der 19-jährige Gabriel Pritz sagt im Interview mit SWR2 Aktuell, wie er die 90 Minuten der Wahl-Arena fand:

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