Das Röntgenbild einer Lunge (Foto: dpa Bildfunk)

Grenzwerte für Stickoxid und Feinstaub "Taz": Rechenfehler in Stellungnahme von Lungenarzt

Die Stellungnahme von Lungenfachärzten, die die Grenzwerte für Stickoxid und Feinstaub anzweifelt, soll mehrere inhaltliche Fehler enthalten, berichtet die Taz.

Die Tageszeitung "taz" berichtet, der Autor der Studie, Dieter Köhler, habe Fehler eingeräumt. Er habe sich mehrfach verrechnet und gehe von falschen Werten aus. Zum Beispiel habe er den Stickoxidgehalt in Zigaretten falsch angegeben. Die "taz" zitiert den Mediziner mit den Worten: "Das ist bisher noch niemandem aufgefallen."

Dieter Köhler (Foto: dpa Bildfunk)
Dieter Köhler fordert neue Untersuchungen. Viele seiner Kollegen haben sich der Kritik angeschlossen.

Köhlers Angriff auf die Stickoxid-Grenzwerte hatte vor einigen Wochen großes Aufsehen erregt, Hintergrund sind die Diesel-Fahrverbote in vielen Städten. Die Gefahren durch Stickoxid würden übertrieben dargestellt, sagte Köhler - die Mengen seien vernachlässigbar und unschädlich. 112 Kollegen haben seine Stellungnahme unterschrieben - allerdings hat die Fachgesellschaft der Lungenärzte insgesamt 3.800 Mitglieder, an alle wurde die Stellungnahme verschickt, der Großteil hat also gar nicht unterzeichnet. 

Unabhängig vom Berechnungsfehler hatte es auch inhaltliche Kritik an Köhlers Stellungnahme gegeben. Viele Wissenschaftler nannten seine Behauptungen fachlich überholt und wiesen seine Darstellung zurück. Studien, auf die er seine Vorwürfe stützt, hat der Mediziner nicht genannt. Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer hatte das Papier der Lungenärzte allerdings begrüßt und als einen Schritt zu mehr Sachlichkeit bezeichnet.

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