Bettina Fächer (Foto: SWR, SWR)

Suchtgefahr durch digitale Medien. Ein Kommentar Nüchterner Blick auf Zocker

AUTOR/IN

Beim Deutschen Suchtkongress ist auch die Nutzung digitaler Medien Thema. Bei Diskussionen um Social Media und Computerspiele wünscht sich Bettina Fächer einen nüchternen Blick und mehr Sachkenntnis.

Bis Mittwoch tagt in Mainz der Deutsche Suchtkongress. Dort diskutieren Experten über die steigende Suchtgefahr bei der Nutzung elektronischer Medien. Es ist also wieder Zeit für warnende Worte und Debatten um die Gefährlichkeit von Social Media und Computerspielen – und mich beschleicht wieder mal ein ungutes Gefühl.

Bei Zockern nicht gleich an (Sucht-)Probleme denken (Foto: dpa Bildfunk, Picture Alliance)
Bei Zockern nicht gleich an (Sucht-)Probleme denken Picture Alliance

Ärzte und Forscher wissen aus eigener Anschauung, mit welchen (Sucht-)Problemen sich Menschen hilfesuchend an sie wenden. Das will ich gar nicht leugnen. Aber ich wünsche mir bei der Diskussion zum Thema digitale Medien vor allem: Nüchternheit.

Nüchternheit bei der Einschätzung, für wie viele Menschen der Blick aufs Handy oder das Daddeln tatsächlich zur Sucht und damit zur Gefahr wird. Fairness beim Einschätzen, ob digitale Medienformen, mit denen Jugendliche heute aufwachsen, bedrohlich sind – oder nur fremd, und viele sie deshalb nur schwer einschätzen können.

Wenn ein Vater so lange vor dem Fernseher sitzt wie sein Sohn vor dem Monitor – gibt‘s dann ein Problem? Oder mehrere? Und bei wem? Machen sich Erwachsene die Mühe, sich von Spiele-Fans erklären zu lassen, was sie da tun - und was sie daran schätzen? Schluss also mit vagen Gefühlslagen und griffigen Klischees. Dafür mehr Neugier und eigenes Ausprobieren – und eine faire Chance dem Gedanken, dass neben Gefahren auch Potenzial in neuen Medienformen liegt.

AUTOR/IN
STAND