Die Deutschen haben immer weniger Angst. (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance/Georg Wendt/dpa)

Studie zu den Ängsten der Deutschen Entspannter: Die Deutschen haben deutlich weniger Ängste

Gefühlt wird die Welt immer unsicherer und man könnte denken, uns plagen immer mehr Ängste - von Klimawandel bis hin zum Pulverfass Naher Osten, über steigende Mieten oder die Angst vor Altersarmut. Aber: Alles anders als gedacht - wir sorgen uns weniger.

Die Deutschen sind derzeit vergleichsweise gelassen. Mit einem spannenden Detail: Sie sorgen sich einer aktuellen Umfrage zufolge so wenig wie zuletzt vor 25 Jahren - so eine Studie der R+V-Versicherung.

Über Details der Studie berichtet SWR-Reporter Eric Graydon:

Nach Angaben der Studienleiterin sind die meisten der abgefragten Ängste zuletzt gesunken, zum Teil deutlich. Der Klimawandel wird erst seit 2018 eigenständig abgefragt. Hier sank der Anteil an Menschen, die mindestens große Angst haben, von 48 auf 41 Prozent.

Flüchtlinge und Trump machen den Menschen Angst

Die meisten Sorgen bereiteten den Bundesbürgern Themen wie Zuwanderung und die Folgen der Politik von US-Präsident Donald Trump.

56 Prozent befürchten eine Überforderung des Staates durch Flüchtlinge, und 55 Prozent Spannungen im Land durch den Zuzug von Migranten. Im vergangenen Jahr lagen die Werte bei den Zuwanderungsthemen noch bei 63 Prozent. Was außerdem Angst macht: Eine gefährlichere Welt durch die Politik von US-Präsident Donald Trump - 55 Prozent der Deutschen haben davor Angst - letztes Jahr waren es 69 Prozent.

Das sind die Sorgen der Deutschen (Foto: SWR)
Für die aktuelle repräsentative Umfrage wurden 2.446 Menschen ab 14 Jahren zu ausgewählten Ängsten befragt. Auf einer Skala sollten sie jeweils angeben, ob sie gar keine Angst oder sehr große Angst hätten.

Private Ängste sind geringer als politische

Die Langzeitstudie der Versicherung zeigt: Ängste bei gesellschaftlichen Themen sind insgesamt verbreiteter als bei privaten Themen. Politische Sorgen standen vor der Angst vor unbezahlbaren Mieten und der Angst im Alter ein Pflegefall zu werden.

So haben jeweils 47 Prozent Angst vor einer Überforderung der Politiker und politischem Extremismus. 45 Prozent befürchten, dass Wohnen unbezahlbar wird oder sie selbst im Alter zum Pflegefall werden.

Unter den Top Ten rangieren auch Ängste vor den Kosten der EU-Schuldenkrise, Terrorismus und steigenden Lebenshaltungskosten.

Angst vor dem Zerbrechen der Liebe ist gering

Besonders zuversichtlich sind die Deutschen seit Jahren im Bezug auf die Liebe: Davor, dass ihre Partnerschaft zerbrechen könnte, sorgen sich in diesem Jahr 18 Prozent.

Wer hat mehr Angst - Männer oder Frauen?

Frauen sind im Schnitt ängstlicher als Männer und Ältere ängstlicher als Jüngere.

Unterschiede gibt es auch in Ost und West: Im Westen nahmen die abgefragten Ängste demnach im Schnitt deutlich stärker ab als im Osten Deutschlands.

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