AfD demonstriert gegen Zuwanderung (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance/Hendrik Schmidt/dpa-Zentralbild/dpa)

Wissenschaftler werten Pressemitteilungen aus Studie: AfD schürt Furcht vor Zuwanderern

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Die AfD schürt angeblich systematisch die Furcht vor Zuwanderern. Medienwissenschaftler aus Hamburg und Leipzig haben untersucht, wie sich die AfD zu dem Thema Kriminalität äußert.

Die Medienforscher haben dazu 242 Pressemitteilungen der AfD zum Thema Kriminalität in Deutschland aus dem vergangenen Jahr ausgewertet und mit der Kriminalitätsstatistik verglichen. In ihrer Analyse kommen sie zu dem Schluss: Wenn die AfD bei Tatverdächtigen die Nationalität nennt, seien dies zu 95 Prozent Ausländer und nur in fünf Prozent der Fälle Deutsche.

Unterschiede zur Kriminalitätsstatistik

Bei den fünf Prozent Deutschen werde stets betont, dass sie entweder Deutsche mit Migrationshintergrund seien oder kaum etwas zur Tat beigetragen hätten. Tatsächlich liegt der Anteil der nichtdeutschen Tatverdächtigen laut Kriminalstatistik 2018 bei unter 35 Prozent. Schaut man nur auf Gewaltkriminalität, liegt er bei gut 36 Prozent.

Gerade Zuwanderer aus Syrien, dem Irak und Afghanistan stehen laut der Auswertung der Medienwissenschaftler aus Hamburg und Leipzig deutlich zu häufig im Fokus der Partei. Während die AfD das Bild zulasten ausländischer Straftäter verzerre, so die Forscher, werfe sie den Medien gleichzeitig vor, Ausländerkriminalität zu unterschlagen. Die Wissenschaftler kommen zum genau umegedrehten Schluss: "Die größte Lücke liegt in der Wahrnehmung deutscher Tatverdächtiger".

Das Ergebnis der Studie der Professoren Thomas Hestermann (Hamburg) und Elisa Hoven (Leipzig) in der "Kriminalpolitischen Zeitschrift" veröffentlicht.

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