Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) in Harvard (Foto: dpa Bildfunk, Foto: Omar Rawlings/dpa)

Ehrendoktorwürde für Bundeskanzlerin Studierende in Harvard feiern Merkel für Anti-Trump-Rede

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) ist an der amerikanischen Elite-Universität Harvard von 20.000 Studierenden für ihre Rede gefeiert worden. Darin rechnete sie mit US-Präsident Donald Trump ab - ohne ihn ein einziges Mal beim Namen zu nennen.

In ihrer Rede rief Merkel dazu auf, Demokratie und Freiheit zu verteidigen und sorgsam mit der Wahrheit umzugehen. Sie sagte: "Dazu gehört, dass wir Lügen nicht Wahrheiten nennen - und Wahrheiten nicht Lügen."

Die Bundeskanzlerin hatte zuvor die Jura-Ehrendoktorwürde der renommierten Harvard University im US-Staat Massachusetts bekommen.

Merkel-Rede wirkte wie Abrechnung mit Trumps Politik

Merkel forderte in ihrer Rede außerdem, Mauern einzureißen, und sie warb für internationale Zusammenarbeit und gegenseitigen Respekt. "Veränderungen zum Guten sind möglich, wenn wir sie gemeinsam angehen", sagte sie. "In Alleingängen wird das nicht gelingen."

Auch wenn Merkel Trump kein einziges Mal erwähnte, wirkte ihre Rede wie eine Abrechnung mit der Politik des US-Präsidenten.

Die Studenten und Professoren feierten die Bundeskanzlerin dafür mit Jubel und langem Beifall. Harvard gilt als liberale Hochburg in den USA.

German Chancellor Angela Merkel received her honorary degree during #Harvard19 morning exercises https://t.co/O0kadvMX9b

Merkel wird für Mindestlohn und Ehe für alle gefeiert

In Harvard wurde Merkel sogar für die Einführung des Mindestlohns in Deutschland und für die Ehe für alle gefeiert - und das, obwohl die Kanzlerin beide politischen Entscheidungen lange Zeit abgelehnt hatte.

Die Universitätszeitung schreibt, Merkel erhalte die Ehrendoktorwürde auch für ihre Flüchtlingspolitik - eben jene Politik, für die sie in Deutschland heftige Kritik einstecken musste.

REDAKTION
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