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Strahlende Touristenattraktion. Ein Kommentar Urlaubsziel Tschernobyl

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Urlauber dürfen jetzt die Leitstelle des 1986 explodierten Atomreaktors in Tschernobyl besuchen. Ein Angebot für Verstrahlte oder solche, die es werden wollen, meint Martin Rupps.

Endlich. Touristen können jetzt den Leitstand von Reaktor 4 betreten, der am 26. April 1986 im sowjetischen Tschernobyl explodierte. Als Folge des größten Atomunfalls der Geschichte sind dort viele Menschen an Krebserkrankungen gestorben, die Region gilt als unbewohnbar. Das neue Tourismus-Angebot für Verstrahlte oder solche, die es werden wollen, ist Teil einer Tourismusoffensive des jungen ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj.

Ein Riesenrad in Pripyat nahe dem Atomkraftwerk Tschernobyl. 50.000 Menschen mussten die Stadt nach der Katastrophe für immer verlassen  (Foto: picture-alliance / Reportdienste, dpa Bildfunk, Picture Alliance/Picture Alliance)
Ein Riesenrad in Pripyat nahe dem Atomkraft Tschernobyl. 50.000 Menschen mussten die Stadt nach der Katastrophe für immer verlassen Picture Alliance/Picture Alliance

„Chernobyl Tour“ heißt die Firma, die den Strahlen-, pardon Nervenkitzel möglich macht. Zu sehen gibt es ein verfallenes Riesenrad, die verlassene Geisterstadt Pripyat und nunmehr besagten Leitstand mit desolaten Schaltern und Kabelschächten. Die Reise verspricht zum einmaligen – für die Teilnehmer hoffentlich nicht letztmaligen – Erlebnis zu werden.

Während sich sonst im drögen Museum die Besucher Kopfhörer aufsetzen und bei der Bergwerks-Tour Schutzhelme, kommt in Reaktor 4 nur, wer Spezialanzug, Helm und Atemgerät trägt – egal, ob die schicken Lederstiefel dazu passen oder nicht. Heerscharen von Touristen werden einander demnächst als vermummte Objekte vor apokalyptischer Kulisse fotografieren.

Präsident Wolodymyr Selenskyj führt den Tourismus seines Landes in eine strahlende Zukunft. Wo bleiben eigentlich die Japaner? „Fukushima“ hatte doch sicher auch einen Leitstand.

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