Stichwort Identitäre Bewegung Ursprünge in Frankreich, Ableger in ganz Europa

Die Identitäre Bewegung ist mittlerweile mit etwa 600 Mitgliedern in vielen Bundesländern aktiv, darunter Baden-Württemberg und Hessen. Die Gruppe steht schon länger unter Beobachtung des Verfassungsschutzes.

Verfassungsschutz-Chef Thomas Haldenwang hält die Identitäre Bewegung für gefährliche Brandstifter, weil sie mit ihrer fremdenfeindlichen und demokratiefeindlichen Ideologie die freiheitliche Grundordnung Deutschlands gefährde.

Sie verstehen sich selbst als popkulturelle Jugendelite. Anfangs waren sie vor allem im Internet - auf Instagram und Facebook - aktiv und haben dort ihre völkische und islamfeindliche Ideologie gefeiert. Mit öffentlichen Aktionen, oft auch als Flashmob, machen sie auf sich aufmerksam. Auf einem Volksfest in Sachsen verkleideten sie sich als IS-Kämpfer und hielten Plakate hoch mit der Inschrift: "Wir lieben offene Grenzen", auf das Brandenburger Tor klebten sie Spruchbänder.

Auch an Unis und in Burschenschaften aktiv

Beobachter sprechen davon, dass sie sich Methoden der linken Protestkultur angeeignet haben. Auch auf vielen Universitäten und in Burschenschaften sind die Identitären aktiv.

Mittlerweile gibt es Ableger in ganz Europa. Zu erkennen geben sie sich mit dem griechischen Buchstaben Lambda, einer Art großes A ohne Querstrich: Λ.

Identitären gelten nun als "gesichert rechtsextremistisch"

Die jungen Rechten der identitären Bewegung findet man auf Neofolk-Festivals oder Pegida-Demonstrationen. Die AfD hat sich offiziell von den Identitären abgegrenzt. Einige AfD-Mitglieder, darunter auch ein Bundestagsabgeordneter, haben aber Mitglieder der Identitären Bewegung aktiv unterstützt und sogar im Bundestagsbüro angestellt.

Der Verfassungsschutz hat die Identitäre Bewegung nach drei Jahren Beobachtung jetzt hochgestuft - sie gilt nun eine gesichert rechtsextremistische Bestrebung gegen die freiheitlich demokratische Grundordnung.

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