Symbolbild Rente: Modellfiguren älterer Menschen neben einem Maßband (Foto: picture-alliance / dpa)

Standpunkt zum neuen Rentenpaket "Generationengerechtigkeit sieht anders aus"

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Der Bundestag hat für das Rentenpaket der großen Koalition gestimmt. Ein Geschenk der Regierung - zulasten der jungen Erwerbstätigen, findet Berlin-Korrespondent Christopher Jähnert.

Erst mal vorweg: Ich will niemandem etwas wegnehmen. Natürlich soll jeder mit seiner Rente auskommen. Aber: Das gilt auch für die, die noch ihr Berufsleben vor sich haben - und noch lange auf die Rente warten müssen.

CSU-Wahlgeschenk für ihre Stammwählerschaft

Und deshalb stehe ich dem, was in Sachen Rente gerade passiert, skeptisch gegenüber. Die Bundesregierung bringt Geschenke mit, schön verpackt in einem Rentenpaket. Darin zum Beispiel: Die Mütterrente - sie wird auch noch ausgeweitet. Mehr Mütter profitieren davon. Ein Wahlgeschenk der CSU für ihre Stammwählerschaft. Und allein das kostet die Rentenkasse bis 2025 28 Milliarden Euro.

Gerade ist das wohl kein Problem: Die Rentenkassen sind derzeit tatsächlich voll. Aber wenn wir ehrlich sind: Das geht nicht ewig so weiter. Schon gar nicht, wenn man sie, so wie jetzt, plündert. Irgendwer wird das schon bald zahlen müssen.

Christopher Jähnert (Foto: SWR)
Christopher Jähnert, Hauptstadtstudio Berlin

Denn: Der Beitrag ist nur bis 2025 fest. Was danach passiert, sagt keiner. Aber insgeheim gehen eigentlich alle davon aus, dass der Beitrag zur Rentenversicherung dann steigen muss. Und wer bezahlt das? Wir! Junge Menschen, die noch nicht einmal wissen, ob sie überhaupt jemals Rente bekommen. Und wenn, wann soll das sein? Mit 67? Mit 70? Das weiß jetzt noch keiner.

Aber was wir wissen: Wir dürfen die Wahlgeschenke bezahlen. Generationengerechtigkeit sieht anders aus. Bei all den Reden über Zukunft und Nachhaltigkeit. Deutlicher kann die Politik eigentlich kaum sagen: Die nachfolgenden Generationen sind uns eigentlich egal.

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