Rezeptfreies Magenmittel Iberogast (Foto: Imago, imago images / Uwe Steinert)

Staatsanwaltschaft Köln Ermittlungen: Hat das Magenmittel Iberogast zum Tod geführt?

Nach einem Todesfall, der im Zusammenhang mit dem rezeptfreien Magenmittel Iberogast stehen könnte, ermittelt die Kölner Staatsanwaltschaft gegen Bayer.

Laut Informationen des "Handelsblatts" laufen derzeit Ermittlungen gegen den Pharmakonzern Bayer. Der Verdacht: Hätte Bayer in der Packungsbeilage des Magenmittels Iberogast schon früher vor Leberschäden gewarnt, hätten womöglich ein Todesfall und andere Erkrankungen verhindert werden können.

Nachdem die Ermittlungen gegen Bayer bekannt wurden, fiel die Aktie des Pharmakonzerns an der Frankfurter Börse:

Erst nach Todesfall änderte Bayer den Text der Packungsbeilage

Eine Frau war im vergangenen Jahr offenbar nach Einnahme von Iberogast an Leberversagen und inneren Blutungen gestorben. Wie das "Handelsblatt" weiter berichtet, habe Bayer den Text der Packungsbeilage erst nach diesem Fall geändert - vorher soll sich der Pharmakonzern dagegen gesperrt haben.

Bundesinstitut für Arzneimittel warnt seit langem vor Schöllkraut

Das Magenmittel Iberogast wirbt damit, mit den natürlichen Wirkstoffen von neun Heilpflanzen, Magen- und Verdauungsprobleme lindern zu können.

Schöllkraut (Chelidonium majus): Heilpflanze und Giftpflanze (Foto: picture-alliance / Reportdienste, picture alliance/imageBROKER)
Schöllkraut (Chelidonium majus): Heilpflanze und Giftpflanze picture alliance/imageBROKER

Doch eine der Pflanzen in Iberogast ist problematisch: Schöllkraut. Bereits im Jahr 2008 forderte das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (Bfarm), dass auf Beipackzetteln entsprechende Hinweise zu Schöllkraut und Leberschädigungen stehen müssten.

REDAKTION
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