Kirche mit Polizisten (Foto: Reuters)

Explosionsserie in Kirchen und Hotels Sri Lanka: 13 Verdächtige festgenommen, mehr als 200 Tote

Nach einer Serie von Anschlägen auf Kirchen und Hotels in Sri Lanka sind 13 Verdächtige festgenommen worden. Das teilte die Polizei mit. Bei den Anschlägen am Ostersonntag starben mindestens 207 Menschen.

Insgesamt acht Explosionen erschütterten am Ostersonntag Sri Lanka. Sechs davon fanden am Vormittag statt und zwei weitere am Nachmittag. Ziele der Angriffe waren drei christliche Kirchen, vier Hotels und ein Wohngebiet. Mindestens 207 Menschen sind getötet und mehr als 450 weitere verletzt worden.

Mehr als 30 Ausländer unter Todesopfern

Unter den Toten sind nach Angaben der Tourismusbehörde 32 Ausländer aus acht Staaten - Indien, USA, Großbritannien, Portugal, China, Niederlande, Belgien und Türkei.

Die ersten Anschläge auf drei Hotels und drei Kirchen wurden fast zeitgleich ausgeführt - die meisten von Selbstmordattentätern. Die Kirchen waren besonders voll, weil die Menschen den Ostergottesdienst feierten. Sieben Verdächtige wurden festgenommen, aber bisher hat sich noch keine Terrorgruppe zu der Tat bekannt. Das Verteidigungsministerium teilte mit, dass es sich um Täter von extremistischen Gruppen handele.

Auswärtiges Amt warnt Reisende

Das Auswärtige Amt aktualisierte kurz nach den Angriffen seine Reisehinweise für das Land. Die Behörden in Sri Lanka verhängten eine Ausgangssperre und sperrten Social-Media-Plattformen.

Nur sechs Prozent im mehrheitlich buddhistischen Sri Lanka sind Katholiken. Zu ihnen gehören Mitglieder der tamilischen Minderheit und der singhalesischen Mehrheit. Papst Franziskus ging auf die Anschlagsserie in seiner Ostermesse ein.

Politiker verurteilen Angriffe

Die Bundesregierung ist entsetzt über die Angriffe:

Entsetzen über die Nachricht, dass Christen auf Sri Lanka während der Ostermessen angegriffen und getötet wurden. Wir trauern um sie und beten für die Verletzten und Familien. Terrorismus, religiöser Hass und Intoleranz dürfen nicht siegen.

EU-Kommissionschef Jean-Claude Juncker hat bestürzt auf die Anschlagsserie reagiert. Mit Entsetzen und Trauer habe er von der Tat erfahren. "Ich spreche den Familien der Opfer, die sich zu einem friedlichen Gottesdienst versammelt hatten oder kamen, um dieses wunderschöne Land zu besuchen, mein Beileid aus", schrieb Juncker auf Twitter.

It was with horror and sadness that I heard of the bombings in #SriLanka costing the lives of so many people. I offer my heartfelt condolences to the families of the victims who had gathered to worship peacefully or come to visit this beautiful country. We stand ready to support.

REDAKTION
STAND