"Wilke Wurst - weils besser schmeckt!" steht auf einem Werbeplakat vor dem Firmensitz des Fleischherstellers Wilke Wurstwaren. (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance/dpa)

Rumänische Hilfsarbeiter berichten dem HR Schwere Vorwürfe gegen Wilke Wurst: Gammelfleisch mit frischem Fleisch vermischt

Zwei Wochen nach der Schließung der Wurstfabrik Wilke in Nordhessen gibt es immer mehr Details zum Ausmaß des Skandals. Von katastrophalen hygienischen Zuständen ist die Rede.

Hilfsarbeiter aus Rumänien berichteten dem Hessischen Rundfunk (HR), dass die hygienischen Bedingungen bei Wilke eine Katastrophe gewesen seien. Nach Angaben der Arbeiter ist vergammeltes Fleisch mit frischem vermischt worden. Außerdem sei es üblich gewesen, dass abgelaufene Wurst ein neues Mindesthaltbarkeitsdatum bekommen habe.

Zwölf-Stunden-Tag war offenbar normal

Problematisch sind nach den Aussagen der Rumänen auch die Arbeitszeiten gewesen. Wie sie dem HR sagten, waren für sie Zwölf-Stunden-Tage normal. Oft sechs bis sieben Tage in der Woche. Der Druck sei enorm gewesen, die deutschen Arbeiter hätten nur acht Stunden arbeiten müssen.

Wilke war Anfang Oktober nach inzwischen drei Todesfällen durch Listerien belastete Wurst geschlossen worden. Die Staatsanwaltschaft ermittelt gegen den Geschäftsführer. Die Fälle reichten bis ins Jahr 2014 zurück. Laut Robert-Koch-Institut sind in diesem Zeitraum elf weitere Menschen gestorben, die erkrankt waren.

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