Ein volles Fischnetz wird auf ein Schiff in der Ostsee geladen (Foto: dpa Bildfunk)

Nord- und Ostsee Meeresschutzgebiete sind nicht sicher

Schutzzonen sollen die Nord- und Ostsee vor massiver Fischerei schützen. Doch eine Studie zeigt, dass die Schutzgebiete die Meeresgründe und ihre Bewohner gar nicht schützen.

Ende des vergangenen Jahres veröffentlichten Wissenschaftler von Geomar vom Hemholtz-Zentrum für Ozeanforschung in Kiel eine deutsch-kanadische Studie mit alarmierenden Ergebnissen. Schutzgebiete, in denen das Meer vor massiver Fischerei geschützt werden soll, wirken nicht.

Sogar mehr Fischerei in den Schutzzonen als außerhalb

So kämen Überfischung und Bodenzerstörung durch Schleppnetz-Fischerei sogar häufiger in maritimen Schutzzonen vor als außerhalb. Im Durchschnitt 40 Prozent häufiger als dort, wo regulär gefischt werden darf.

Fischkutter stehen im Hafen von Dornum (Foto: dpa Bildfunk)
Fischkutter im Hafen von Dornum.

Auf Nachfrage der Grünen bestätigte das Umweltministerium die absurde Situation. In der Antwort, die dem ARD-Hauptstadtstudio vorliegt, heißt es, die Lebensräume des Meeresbodens und der Fische erreichten keinen guten Umweltzustand. In den Schutzzonen, die erst 2017 nach langem Hin und Her eingerichtet wurden, wird der Meeresboden demnach sogar häufiger zerstört als außerhalb. Auch würden dort mehr Fische gefangen als nachwachsen oder zuwandern. Kurzum: Die Schutzzonen schützen nicht.

Doch man sei dabei, Verbesserungen umzusetzen, so das Ministerium. Die müssen allerdings innerhalb der gemeinsamen EU-Fischereipolitik abgestimmt und von der EU-Kommission abgesegnet werden.

Grünen fordern "echte Schutzzonen"


Aus Sicht der Grünen gebe es zu viel Kompromisse gegenüber anderen Küstenstaaten auf Kosten der Meere. Die Grüne-Bundestagsabgerodnete Steffi Lemke fordert deshalb von der EU-Kommission, diese Pläne nicht anzuerkennen.

Außerdem fordert die Partei Nachbesserungen der Bundesregierung für echte Schutzzonen in Nord- und Ostsee. Regionen, die wirlich geeignet sind, damit Fischbestände sich regenieren können und wo vor allem keinerlei Fischfang erlaubt ist.

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