Ein Feuerwehrmann löscht in Russland einen Wald- und Steppenbrand (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance / dpa)

Schmelzende Permafrost-Böden Waldbrände in Sibirien: Gefahr fürs Klima

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Seit Wochen brennen in Russland Wälder und Steppen. Auch Permafrost-Böden sind davon betroffen - mit fatalen Konsequenzen für das Klima.

Es ist eine Katastrophe mit beispiellosem Ausmaß. Laut der russischen Forstverwaltung sind bisher drei Millionen Hektar Forstfläche verbrannt. Ganze Städte in Russland versinken in giftigem Qualm.

Intensive Brände zerstören isolierende Bodenschicht

Prinzipiell brenne es jedes Jahr in Sibirien, sagte Elisabeth Dietze im SWR. Sie forscht am Alfred-Wegener-Institut in Potsdam: "Besonders ist aber die Intensität, mit der es gerade brennt, die Dauer und die große Ausdehnung." Die größte Gefahr: dass Permafrost-Böden tief auftauen und Kohlenstoff in die Atmosphäre freigesetzt wird.

Momentan brennt die isolierende Schicht aus Sträuchern, Flechten und Moosen weiter. Die starke Hitze, die sich dadurch entwickelt, dringt in immer tiefere Bodenschichten ein.

Neue Vegetation ist nicht selbstverständlich

Diese Brände hätten einen zusätzlichen Effekt auf den Klimawandel durch die Mengen an Kohlenstoff, die freigesetzt werden, bestätigt Dietze. Wichtig sei deshalb, dass nach dem Feuer auch wieder neue Vegetation nachwachse, was durch die Intensität der Brände nicht überall selbstverständlich sei.

Die Einsatzkräfte kämpfen gegen die Brände an und werden vom russischen Militär unterstützt. Mit Regen ist in Sibirien vorerst nicht zu rechnen.

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