Brono Ganz (Foto: picture-alliance / Reportdienste)

Reaktionen auf den Tod von Bruno Ganz Steinmeier: "Er besaß diesen magischen Schlüssel, der große Kunst erschließt"

Die Theater- und Filmwelt trauert um den verstorbenen Schauspieler Bruno Ganz. Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier (SPD) würdigte den verstorbenen Schauspieler als "großartigen Menschen und Schauspieler von Weltrang".

In einem Kondolenzbrief schrieb Steinmeier: "Nicht, was gesagt, gezeigt oder gespielt wird, ist entscheidend, sondern wie es gesagt, gezeigt oder gespielt wird." Diesen "magischen Schlüssel" habe Ganz besessen.

Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU) pries den Schweizer Schauspieler als eine "Ikone des deutschsprachigen Theaters und einen herausragenden Könner auch der internationalen Schauspielkunst". Der Präsident der Deutschen Filmakademie, Ulrich Matthes, zeigte sich "bestürzt und sehr traurig über den Tod meines großen, wenn nicht größten Kollegen".

"Sein Tod hinterlässt eine große Leere. Seine einzigartige Kunst, seine Stimme und sein unvergleichliches Lächeln werden mir, werden uns unendlich fehlen."

Markus Hinterhäuser, Intendant der Salzburger Festspiele

In Salzburg spielte Ganz unter anderem in der Uraufführung von Peter Handkes "Prometheus, gefesselt" (1986). Er war Träger des Iffland-Ringes, mit dem die bedeutendsten und würdigsten Künstler des deutschsprachigen Theaters ausgezeichnet werden.

Bühne und Film waren seine Welt

Bruno Ganz war auf der Bühne und beim Film zuhause. Internationale Berühmtheit erreichte Ganz mit seiner Verkörperung Adolf Hitlers in "Der Untergang" (2004). Eine Rolle, die er selbst als einen Einschnitt in seinem künstlerischen Wirken bezeichnete. Von den Kritiken wurde er für diesen Part in den höchsten Tönen gelobt.

Der Schweizer arbeitete mit Werner Herzog in "Nosferatu" (1978) und Volker Schlöndorf in "Die Fälschung" (1981). Unter der Regie von Wim Wenders spielte er 1977 die Hauptrolle in "Der amerikanische Freund" mit Dennis Hopper und drehte 1987 "Der Himmel über Berlin".

"Ich habe das Gefühl, dass nichts im Weg sein soll, wenn er auf seinem Weg ist in den Himmel über Berlin"

Dieter Kosslick, Leiter der Internationalen Filmfestspiele Berlin

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Schon als Schüler auf der Bühne

Als Sohn eines Schweizer Fabrikarbeiters und einer italienischen Mutter wuchs Ganz in Zürich auf. Schon als Schüler entdeckte er die Bühne für sich. Nach ersten Engagements traf er in Bremen mit Peter Stein einen Regisseur, mit dem er lange zusammenarbeitete.

Bruno Ganz gründete die Berliner Schaubühne mit. Sie war in den 1970er Jahren Dreh- und Angelpunkt des europäischen Theaterlebens. Dort spielte Ganz unter anderem die Titelrolle in Ibsens "Peer Gynt".

Mitte der 70er-Jahre wurde der Film zu seinem Metier. In der Literaturverfilmung "Die Marquise von O." (1976) spielte Ganz den Grafen. Später folgte die Verfilmung von Peter Steins "Sommergäste".

Proben abgebrochen

Im Sommer 2018 sollte Ganz bei den Salzburger Festspielen den Erzähler in der Mozart-Oper "Die Zauberflöte" spielen. Doch die Proben brach er auf dringenden ärztlichen Rat ab. Bruno Ganz starb in seiner Heimatstadt Zürich an den Folgen seiner Krebserkrankung.

Bruno Ganz

Bruno Ganz in "Der Untergang" (Foto: dpa Bildfunk)
Bruno Ganz in seiner Paraderolle als Adolf Hitler im Drama "Der Untergang". Bild in Detailansicht öffnen
2017 war Ganz in "Der Trafikant" als Psychoanalytiker Sigmund Freud zu sehen. Bild in Detailansicht öffnen
An der Seite von Dennis Hopper und unter der Regie von Wim Wenders spielte er 1977 die Hauptrolle in "Der amerikanische Freund". Bild in Detailansicht öffnen
Mit Wim Wenders arbeitete Ganz auch 1987 bei "Der Himmel über Berlin" zusammen. Bild in Detailansicht öffnen
REDAKTION
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