Bundesfamilienministerin Franziska Giffey (SPD) (Foto: picture-alliance / dpa)

SWR Interview der Woche mit Franziska Giffey Giffey: "SPD muss Herz und Bauch erreichen"

Bundesfamilienministerin Franziska Giffey (SPD) möchte das Vertrauen der Bürger in ihre Partei zurückgewinnen. Zudem wirbt sie für den Kompromiss im Streit um den Paragraphen 219a.

Im SWR Interview der Woche sagte Giffey, der Kompromiss sei das, was möglich sei in dieser Regierungskoalition.

"Es war klar, dass niemand von den beiden Partnern 100 Prozent seiner Wünsche erfüllt bekommt. Das ist ja das Wesen eines Kompromisses, auch wenn das manchmal schwer nachzuvollziehen ist."

Franziska Giffey (SPD), Bundesfamilienministerin

Information für Frauen und Entkriminalisierung von Ärzten

Man habe zwei Zielsetzungen gehabt, so Giffey. Man habe erreichen wollen, dass Frauen "in so einer Notlage" ein umfassendes Informationsangebot zur Verfügung stehe. Zum anderen wolle man Rechtssicherheit für Ärztinnen und Ärzte. Diese dürften nicht unter Strafe gestellt werden, wenn sie über ihre Behandlung und über die Bereitschaft, einen Schwangerschaftsabbruch durchzuführen, informierten.

Die SPD habe den Paragraphen 219a komplett streichen wollen. Aber "auch die SPD steht nicht dafür, dass es Plakatwerbung oder sonst was gibt, oder dass es einen Preiswettbewerb gibt, wer ist denn der günstigste?"

Bundesfamilienministerin Franziska Giffey (SPD) (Foto: picture-alliance / dpa)
Bundesfamilienministerin Franziska Giffey (SPD)

Menschen sollen wieder Vertrauen in die SPD gewinnen

Das aktuelle Umfragetief ihrer Partei macht Franziska Giffey Sorgen. "Diese Umfragewerte sind nicht schön, darüber freut sich kein Sozialdemokrat, ganz im Gegenteil". Wiederholt habe es in diesem Jahr geheißen, man müsse zur Sacharbeit zurückkehren.

Das sei das eine, dazu stehe sie auch. "Aber", so Giffey, "es geht eben ganz häufig darum, dass auch Herz und Bauch erreicht werden bei den Leuten. Emotion schlägt Fakt".

Die Leute sollten ein Grundvertrauen haben und denken: "Wir können denen da oben zutrauen, dass sie es hinbekommen." Dieses Vertrauen sei verloren gegangen.

Das komplette SWR Interview der Woche hören Sie im Audio. Das Gespräch mit der Bundesfamilienministerin führte SWR-Hauptstadtkorrespondent Kilian Pfeffer.

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