Dirk Rodenkirch und Jörg Meuthen (Foto: SWR)

SWR-Interview der Woche AfD-Chef Meuthen: Wir bekommen gar keine Spenden mehr

Der AfD-Bundesvorsitzende Jörg Meuthen beklagt im SWR, dass seine Partei wegen der Spendenaffären jetzt gar keine Spenden mehr bekomme.

Auch für seinen aktuellen Europawahlkampf bekomme er "Null - weder Sachspenden noch Geldspenden," sagte Meuthen im SWR-Interview der Woche. Das sei die fatale Folge der sogenannten Spendenaffäre. Das bedeute, seine Partei müsse "mit ganz kleinem Budget arbeiten".

Die AfD mache das aber wett "durch sehr gute Arbeit in sozialen Medien und durch gute unmittelbare Bürgerkontakte", so Meuthen. Gerade im Osten gelinge das famos.

Das komplette SWR-Interview der Woche können Sie sich hier anhören:

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Meuthen rechnet mit Erolg der AfD-Klage gegen Strafzahlung

Die AfD bereitet nach Angaben von Parteichef Meuthen derzeit die Klage gegen die Strafbescheide vor, die die Bundestagsverwaltung verhängt hat. Wegen der Annahme illegaler Parteispenden muss die AfD demnach mehr als 400.00 Euro zahlen.

Meuthen zeigte sich zuversichtlich, dass seine Partei mit der Klage erfolgreich sein wird. Bei den Wahlkampf-Zuwendungen für ihn und seinen Parteikollegen Guido Reil aus den Jahren 2016/2017 handele es sich nach Rechtsauffassung der AfD nicht um Parteispenden.

Erwarte bei Europawahl deutlich zweistelliges Ergebnis

Trotz des Ärgers um die Strafzahlungen rechnet Meuthen bei der Europawahl mit einem ähnlichen Ergebnis für die AfD wie bei der Bundestagswahl 2017. Damals kam die Partei auf fast 13 Prozent.

"Wir sollten mit einem deutlich zweitstelligen Ergebnis abschneiden und ich bin auch sehr zuversichtlich, dass wir das tun", sagte Meuthen zu seinen Erwartungen. Ob die AfD dann mit elf, zwölf, dreizehn, vierzehn oder fünfzehn Abgeordneten ins Europa-Parlament einziehe, werde sich dann zeigen.

Erneute Kandidatur um AfD-Vorsitz noch offen

In Bezug auf den Partei-Vorsitz lässt es sich der AfD-Chef noch offen, ob er erneut kandidieren wird. Bis zur Wahl des Bundesvorstands am Jahresende "wird noch so viel passieren", sagte er. Aktuell mache er das Amt sehr gerne. "Wenn das so bleibt, dass ich das so gerne mache wie derzeit, dann werde ich sicherlich wieder antreten."

Als Spitzenkandidat seiner Partei will sich Meuthen zunächst auf den Europawahlkampf konzentrieren. Anschließend stehe der Sozialparteitag der AfD mit ganz wichtigen inhaltlichen Positionierungen an. "Wenn wir die Dinge durchhaben, dann entscheiden wir mal, wer da auf welcher Position antritt".

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