AfD-Chef Alexander Gauland (Foto: dpa Bildfunk, Picture Alliance)

SWR Interview der Woche Alexander Gauland: AfD muss sich von Rechtsextremen abgrenzen

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Eine klare Abgrenzung vom Rechtsextremismus, das fordert Parteichef Gauland von der AfD. Das sei die Aufgabe von allen - nicht nur von Björn Höcke.

AfD-Chef Alexander Gauland fordert seine Partei dazu auf, sich klar von Rechtsextremen abzugrenzen. Im SWR Interview der Woche sagte Gauland, er sehe es als Aufgabe für die gesamte AfD, eine rote Linie zu ziehen.

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"Das sagt niemand, dass die BRD wie die DDR ist"

Vor der Landtagswahl in Brandenburg wirbt die AfD mit Slogans wie "Werde Bürgerrechtler", "Vollende die Wende," "Wir sind das Volk - damals wie heute" oder verteilt Aufkleber, auf denen steht "es werden schon wieder Dissidenten bespitzelt." Gauland hatte schon im Juni 2018 auf dem Parteitag in Augsburg zur Lage in Deutschland gesagt, er fühle sich an die letzten Tage der DDR erinnert.

Im SWR bestreitet er, dass die AfD die DDR und die heutige Bundesrepublik Deutschland miteinander vergleicht.

"Das sagt niemand, dass die BRD wie die DDR ist. Ich sage und wir sagen, manche Entwicklungen fühlen sich leider so an."

Alexander Gauland, AfD

Zu dem Slogan "Vollende die Wende" sagte Gauland, er habe die Parole nicht erfunden. Er stelle sich aber als Überlegung dahinter vor, dass es noch viele Defizite gebe, die in unterschiedlicher Art aufgearbeitet gehörten. Es gebe nicht überall blühende Landschaften, und viele Menschen im Osten fühlten sich als Menschen zweiter Klasse.

Nach heimlichen Aufnahmen: Gauland will nicht zu Spaniel Stellung nehmen

Zu heimlich aufgenommenen und illegal veröffentlichten Aussagen des baden-württembergischen Co-Landesvorsitzenden Dirk Spaniel wollte der AfD- Chef nicht Stellung nehmen. Gauland sagte aber, er betrachte die Aussagen von Spaniel nicht als Intrige. Er habe Dirk Spaniel in der Bundestagsfraktion immer als kompetenten Fachpolitiker erlebt.

Spaniel hatte in dem aufgenommenen Gespräch gesagt, Meuthen sei nicht in der Lage, die Partei zu führen. Außerdem werde es "sehr hässlich werden müssen", um Meuthen abzuhalten, Fraktionsvorsitzender im Bundestag zu werden. Meuthen nannte Spaniel daraufhin "toxisch" und sagte, "genau diese Typen will ich in der Partei nicht haben."

Gauland sagte, Meuthen werde sich seine Aussage "wahrscheinlich nochmal überlegen." Er selbst werde jedenfalls über niemandem den Stab brechen.

Machtkampf in der AfD Baden-Württemberg

Im Vorstand der baden-württembergischen AfD liefert sich die Doppelspitze aus Bernd Gögel und Spaniel seit längerem einen heftigen Machtkampf. Dabei geht es um Intrigen, Schmäh-Mails, rüden Umgangston und Alleingänge. Gögel gilt als gemäßigt, Spaniel als dem völkisch-nationalistischen Flügel nahestehend.

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