Kindergrundsicherung (Foto: picture-alliance / Reportdienste, Foto: Christian Charisius)

SPD will gegen Kinderarmut vorgehen "Drei Millionen Kinder in Grundsicherung sind ein unhaltbarer Zustand"

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Die SPD will sich in diesem Jahr laut Parteichefin Andrea Nahles verstärkt dem Kampf gegen Kinderarmut widmen - und dafür sorgen, dass mehr Geld bei bedürftigen Kindern ankommt als bisher.

Sozialverbände fordern sie schon länger, jetzt will auch die SPD die Idee einer Kindergrundsicherung aufgreifen. Das hat die SPD Parteichefin dem ARD-Hauptstadtstudio gesagt.

Das Geld soll unkomplizierter ausgezahlt werden als bisher

Konkret sollen bei einer solchen Kindergrundsicherung die bisherigen Sozialleistungen für Kinder und Familien gebündelt und nur noch einmal pro Monat überwiesen werden - statt das Geld wie bisher über mehrere Förderleistungen wie Kindergeld, Freibeträge und Zuschläge zu zahlen.

Wie hoch die Grundsicherung sein soll, wollte Nahles nicht sagen. Es solle noch nicht über Zahlen diskutiert werden, sagte sie. Stattdessen will sie erst mal grundsätzlich über die Änderungen sprechen.

"Wir haben festgestellt, dass wir in Deutschland 200 Milliarden Euro ausgeben für Kinder und ehebezogene Leistungen, aber trotzdem Millionen Kinder in der Grundsicherung sind. Und das liegt auch daran, wie wir es organisieren über die verschiedenen Ebenen. Und deswegen brauchen wir einen grundsätzlich neuen Ansatz und deswegen schlagen wir eine andere Form der Kinderleistungen in Deutschland vor."

Andrea Nahles, SPD-Parteichefin

Sozialverbände befürworten eine solche Kindergrundsicherung. Sie sind der Meinung, dass Familien mit mittleren und geringen Einkommen am Ende mehr Geld für ihre Kinder hätten als bisher. Denn vor allem Geringverdiener hätten zum Beispiel nicht so viel vom Kinderfreibetrag, da sie ohnehin wenig Steuern bezahlen, so das Argument.

SPD-Chefin Nahles sieht als Vorteil, dass die Kindergrundsicherung einfacher ist. Die bisherigen Regelungen bezeichnet sie als eine Art Hindernisparcours. Die Kindergrundsicherung soll ab heute auch bei der Klausur der SPD-Fraktion in Berlin diskutiert werden. Zu Gast ist auch der Präsident des Kinderhilfswerks Thomas Krüger.

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