Brühwurt (Foto: dpa Bildfunk, Foto: Inga Kjer)

Foodwatch will Kundenliste sehen Wilke-Wurst auch im Südwesten

Die Verbraucherorganisation Foodwatch fordert von den hessischen Behörden die Herausgabe der Kundenliste des Wurstherstellers Wilke. Dessen möglicherweise keimbelasteten Produkte sind auch in den Südwesten geliefert worden.

In den bundesweit verkauften Wurstwaren wurden in mehreren Fällen Keime entdeckt. Sie werden mit zwei Todesfällen und Dutzenden von Erkrankten in Verbindung gebracht. Bei den Keimen handelt es sich um Listerien, die bei gesunden Menschen nur grippeähnliche Symptome auslösen können, für Risikogruppen wie Schwangere und Ältere aber tödlich sein können.

"Wir wollen wissen, was den Behörden bisher über die Verkaufs- und Abgabestellen der zurückgerufenen Wilke-Produkte bekannt ist", sagte Foodwatch-Geschäftsführer Martin Rücker. Die Ware sei schließlich auch undeklariert in Restaurants, Kantinen oder an Wursttheken in den Verkauf gegangen.

Dauer

Wilke-Wurst könnte noch im Verkauf sein

Auch Betriebe in Rheinland-Pfalz haben Wurst des Herstellers Wilke gekauft - beispielsweise Großhändler oder Supermärkte. Das Landesuntersuchungsamt in Mainz sagte dem SWR, der Rückruf laufe zwar. Möglicherweise sei aber immer noch Wilke-Wurst im Verkauf.

Ikea hatte Wilke-Wurst im Angebot

Zur Situation in Baden-Württemberg teilte das Landwirtschaftsministerium dem SWR mit: "Nach jetzigem Stand wurden in Baden-Württemberg und anderen Bundesländern sehr viele Betriebsstätten beliefert, aber es liegen hier in Baden-Württemberg keine Informationen vor, dass am Markt befindliche Produkte oder einzelne Chargen tatsächlich mit Listerien kontaminiert sind."

Klar ist, dass der Möbelkonzern IKEA Aufschnitt von Wilke in seinen Restaurants angeboten hatte. Ikea hat den Verkauf bereits am vergangenen Mittwoch gestoppt.

Liste auf www.lebensmittelswarnung.de veröffentlicht

Welche Einzelhändler Waren von Wilke erhalten haben, ist weiterhin nicht bekannt. Behörden haben aber mittlerweile auf dem Portal lebensmittelwarnung.de eine Liste Hunderter betroffener Produkte veröffentlicht. Auch die Namen der Handelsmarken mit Wilke-Fleisch wurden bekannt gegeben.

Der Landkreis Waldeck-Frankenberg hatte als Aufsichtsbehörde den Betrieb mit 200 Mitarbeitern vor einer Woche geschlossen. Die Staatsanwaltschaft ermittelt wegen fahrlässiger Tötung.

REDAKTION
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