Ein Tapanuli Orang-Utan in den Wäldern von Sumatra  (Foto: picture-alliance / dpa, Foto: Universität Zürich/Maxime Aliaga)

Rote Liste bedrohter Tierarten "Größtes Artensterben seit Verschwinden der Dinosaurier"

Die Zahl der bedrohten Tierarten bleibt auf einem "schrecklichen Rekordniveau", stellt der Report der Umweltorganisation WWF fest.

Der Mensch zerstört Lebensräume, vermüllt die Ozeane, wildert und sorgt für die Erwärmung des Weltklimas: Laut WWF stehen deshalb fast 27.000 Tierarten zum Ende dieses Jahres auf der Roten Liste der bedrohten Tierarten.

Das sind 10.000 mehr sind als vor rund zehn Jahren, zeigt der Living Planet Report 2018 der Umweltorganisation WWF.

Auch der Ostsee-Hering ist bedroht

Zu den Verlierern des Jahres zählen laut WWF Deutschland der Tapanuli-Orang-Utan, Flussdelfine im Amazonas, Land- und Süßwasserschildkröten und die Mongolischen Saiga-Antilopen - aber auch der Ostsee-Hering.

Gefährdete Arten auf der Roten Liste

Nashorn (Foto: picture-alliance / dpa)
NÖRDLICHES BREITMAULNASHORN: Der Tod von Sudan (Foto), dem letzten Männchen seiner Unterart, sorgte im März international für Betroffenheit. Bild in Detailansicht öffnen
AMAZONAS-FLUSSDELFIN: Flussdelfine haben es in vielen Weltregionen schwer, im Amazonas herrscht nun die traurige Gewissheit, dass sie stark gefährdet sind. Fischerei, Umweltgifte und Regenwald-Zerstörung sind die Gründe. Autor: Jeon Heon-Kyun Bild in Detailansicht öffnen
OSTSEEHERING: Der Heringsbestand in der westlichen Ostsee ist mangels Nachwuchs eingebrochen. Als Grund werden Veränderungen der Ostsee durch den Klimawandel vermutet. Foto: Jens Büttner Bild in Detailansicht öffnen
SCHILDKRÖTEN: Sie bevölkern schon seit mehr als 200 Millionen Jahren die Erde. Sie sind jedoch als Fleischquelle und ihr Panzer als Medizin sehr begehrt. Besonders gefährdet ist die Riesenweichschildkröte (Foto). Bild in Detailansicht öffnen
SAIGA-ANTILOPE: Die in den eurasischen Steppen lebende Antilopenart galt in den 1920er-Jahren bereits einmal als ausgestorben, heute ist durch Jagd und Wilderei wieder sehr bedroht. Autor: Rotislav Stach Bild in Detailansicht öffnen
TAPANULI-ORANG-UTANT: Der Name bedeutet auf malaiisch "Waldmensch" , doch ihr Lebensraum, der Regenwald in Indonesien, wird immer knapper. Der macht Platz für riesige Palmöl-Plantagen. Foto: Universität Zürich/Maxime Aliaga Bild in Detailansicht öffnen

"Wir sägen am Ast, auf dem wir sitzen"

Die Organisation spricht von einem neuen Negativrekord. "Der Mensch verursacht gerade das größte, globale Artensterben seit Verschwinden der Dinosaurier. Wir sägen am Ast, auf dem wir sitzen. Der Mensch ist Teil der Natur. Ohne vielfältige, vitale Ökosysteme können wir nicht überleben", sagte WWF-Vorstand Eberhard Brandes der dpa.

Es gibt auch Hoffnung

In ihrem aktuellen Bericht nennt der WWF aber auch positive Entwicklungen. Zum Beispiel gebe es in Nepal wieder mehr Tiger. Sie müssten aber noch besser geschützt werden. Und Dank der Fangverbote und weiterer Schutzmaßnahmen konnten sich Finnwale und die Westpazifischen Grauwale erholen.

REDAKTION
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