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In den Ruhestand erst mit 69? Ein Kommentar Pulverfass Rente

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Die Bundesbank hat vorgeschlagen, das Renteneintrittsalter auf 69 Jahre anzuheben. Für Martin Rupps ist das ein weiterer Beleg dafür, dass unser Rentensystem nicht zukunftsfest ist.

Die Deutsche Bundesbank hat angeregt, das Renteneintrittsalter auf über 69 Jahre anzuheben. Als Grund nennt sie die steigende Lebenserwartung der Menschen. Ab Mitte der 2020er-Jahre gerate die gesetzliche Rentenversicherung unter erheblichen Druck, nur ein späteres Eintrittsalter könne das Rentenniveau stabil halten.

SWR-Wirtschaftsredakteur Michael Wegmer fasst die Forderungen der Bundesbanker zusammen:

Dauer

Dieser Vorschlag war so erwartbar wie der nächste Nikolaustag. Um die Mitte der 2020er-Jahre gehen in Deutschland die sogenannten Babyboomer in Rente, die geburtenstärksten Jahrgänge aller Zeiten. Der Jahrgang 1964 bildete in der alten Bundesrepublik wie in der früheren DDR die Spitze. Schon einige Jahrgänge davor und noch einige danach füllten bzw. füllen Kreißsäle, Kindergärten und irgendwann Pflegeheime.

Die Bundesregierung sitzt mit ihrer Rentenpolitik auf einem Pulverfass, dessen Existenz sie erfolgreich verdrängt und, noch schlimmer, auf das sie die Bevölkerung auch nicht vorbereitet. Ihr aktuelles Maßnahmenpaket sichert die Rente bis 2025. Wirklich spannend wird es erst danach.

Vielen drohen hohe Abschläge

Politiker und Banker drücken sich um das Eingeständnis herum, dass das System der umlagefinanzierten gesetzlichen Rentenversicherung nicht zukunftsfest ist. Lieber verkünden sie immer spätere Renteneintrittsalter in dem Wissen, dass viele nicht bis 69 im Job bleiben und stattdessen hohe Abschläge bei der Rente hinnehmen. Die gut bezahlten Damen und Herren im Kabinett oder bei der Bundesbank werden die Abschläge persönlich bestimmt nicht bemerken.

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