Studie der Friedrich-Ebert-Stiftung: Rechtspopulistische Voprbehalte gegen Asylbewerber (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance / Oliver Killig/dpa-Zentralbild/dpa)

Rechtspopulistische Meinungen in der Gesellschaft weit verbreitet "Mitte-Studie": Jeder Zweite hat Vorbehalte gegen Asylbewerber

Die Zahl der Asylbewerber sinkt - doch laut einer Studie hat jeder zweite Deutsche Vorbehalte gegen sie. Auch gegenüber anderen Bevölkerungsgruppen wie Sinti und Roma häufen sich die Vorurteile.

Rechtsextreme, menschenfeindliche und antidemokratische Meinungen verfestigen sich in der Mitte der Gesellschaft. Auch wenn die Mehrheit der Deutschen die Vielfalt der Gesellschaft befürwortet. Das ist das Ergebnis der aktuellen "Mitte-Studie", die im Auftrag der SPD-nahen Friedrich-Ebert-Stiftung durchgeführt wurde.

Demnach hat fast jeder Dritte in Deutschland ein schlechtes Bild von Sinti und Roma, jeder Vierte lehnt Muslime und generell Fremde ab. Seit 2014 sind die Zahlen unverändert hoch. Negative Vorurteile gegenüber Flüchtlingen hingegen nehmen zu.

Inwieweit die Autoren der Studie diese Tendenzen als gefährlich bewerten, sehen Sie im Video:

Auch Gewaltbereitschaft hat zugenommen

Die Macher der Studie warnen, dass die Mitte der Gesellschaft unter neurechten Einstellungen und Verschwörungstheorien leide. Während es weniger Sexismus und weniger Vorurteile gegenüber Obdachlosen und Behinderten gebe, seien rechtspopulistische Einstellungen in der Mitte normaler geworden - besonders unter AfD-Wählern, Gewerkschaftsmitgliedern und auch zunehmend unter Jüngeren.

Verbunden sei dies häufig mit einer erhöhten Gewaltbereitschaft, was zu einer Verrohung der Gesellschaft führe. Laut der Studie fühlt sich ein Drittel der Deutschen politisch machtlos und von der Politik nicht vertreten.

Außerdem wurde ermittelt: Ein Drittel der Befragten stellt gleiche Rechte für alle infrage. Zum ersten Mal gab es in der Studie auch Fragen zu Verschwörungstheorien: Knapp die Hälfte der Teilnehmer glauben, dass geheime Organisationen politische Entscheidungen beeinflussen.

Sowohl Ost- als auch Westdeutschland betroffen

Kaum einen Unterschied gibt es demnach bei der Verbreitung von rechtsextremen Einstellungen bei Ost- und Westdeutschen. Allerdings sei die rechtspopulistische Ablehnung von Flüchtlingen und Muslimen im Osten stärker.

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